23.03.2019

Das Cup-Finale lautet Swans gegen Bulls

Wie bereits im Vorjahr stehen die Teams der Swans Gmunden und der Kapfenberg Bulls im Cup-Finale. Während sich die Swans erst mit einigem Glück nach zwei Verlängerungen gegen die Oberwart Gunners durchsetzen, siegen die Kapfenberg Bulls im zweiten Semifinale gegen die Klosterneuburg Dukes sicher mit 74:65.

Die Gmundner verbuchten den besseren Start. In der Offensive suchten die Schwäne den schnellen Abschluss und stellten durch einige Fastbreaks auf 10:4. Die Gunners, die auf Kapitän Sebastian Käferle verletzungsbedingt verzichten mussten, suchten den Erfolg über das Inside-Spiel, scheiterten aber immer wieder an der starken Gmundner Defensive. Beide Teams agierten mit viel Intensität, die Hausherren blieben aber erfolgreicher. Vor allem in der Defensive fanden die Gunners kaum freie Würfe. Die Schwäne hielten die Südburgenländer in den ersten zehn Minuten auf neun Punkten, selbst sorgten sie für 20 Zähler. Die Gunners kamen aber stark in das zweite Viertel zurück. Renato Poljak setzte sich immer wieder durch und sorgte in den ersten 20 Minuten für zehn Punkte. Auch die Würfe von außen begannen zu fallen. Hayden Lescault verwertete mit der Schlusssekunde der ersten Halbzeit einen Dreipunktewurf zum 32:37 Pausenstand aus Sicht der Gunners. 

Lescault nahm den Schwung erfolgreich mit in die zweite Halbzeit. Hannes Ochsenhofer sorgte schließlich per Dreier für die erste Gunners-Führung nach 26 gespielten Minuten. Diese währte aber nicht lange. Die Schwäne agierten wieder fokussierter in der Defensive und erarbeiteten sich am anderen Ende des Courts ihre Punkte unter dem Korb. Die Gunners versuchten in dieser Phase vermehrt ihr Glück von außen. So auch Andrius Mikutis, der einen Dreier zum 51:51 in den Schlusssekunden des dritten Abschnitts versenkte. Die Vorzeichen konnten nicht besser stehen, für ein spannendes Schlussviertel, das Hannes Ochsenhofer mit einem weiteren Dreier eröffnete. Diesen nahm aber Enis Murati als Einladung, der die Führung mit fünf Punkten en-suite zurückeroberte. Auch dieses Mal zeigten die Gunners die richtige Reaktion. Die Gäste hatten nun das Momentum, vor allem Mikutis war in der Crunch-Time nicht zu stoppen und erhöhte auf 70:64 knapp zwei Minuten vor Schluss. Die Schwäne bäumten sich aber ein weiteres Mal auf und verkürzten fünfzehn Sekunden vor dem Ende über Freiwürfe auf 69:71. Nach aggressiver Defensive verloren die Gunners nach dem Einwurf den Ball und schickten Tilo Klette auf die Linie. Dieser vergab zwar beide Würfe, doch die Schwäne erarbeiteten sich den Offensivrebound. Murati vergab noch beim ersten Nachsetzen, Klette war aber beim zweiten Versuch erfolgreich und brachte sein Team in die Verlängerung. 

In dieser hielt es endgültig keinen der Zuseher mehr auf dem Sitzplatz. Die Gunners legten jeweils vor, der Swans zogen aber stetig nach. Etwas mehr als zwei Minuten vor dem Ende eroberte Matthias Linortner von der Linie seit längerer Zeit die Führung zurück zu den Schwänen. Oberwart ließ sich wie schon so oft in dieser Begegnung nicht abschütteln. Nach kurzzeitigem vier Punkte Rückstand sorgten Mikutis und Lescault für den abermaligen Ausgleich. Im letzten Angriff der ersten Verlängerung scheiterte erst Lescault. Chris Tawiah pflückte den Offensivrebound und bekam ein Foul zugesprochen. Nach Videostudium stellte sich heraus, dass dieses bereits außerhalb der Zeit war. Die Entscheidung wurde also auf eine weitere Verlängerung vertagt. Auch in dieser hatten die Gunners den besseren Start und legten auf +3 vor. Hayden Lescault packte sein Wurfhändchen aus, legte weiter nach und stellte zwischenzeitlich auf 87:82 aus Sicht der Gunners. Tilo Klette und die Schwäne hatten aber noch Luft. Ausgerechnet der älteste Akteur der Admiral Basketball Bundesliga eroberte per Dreier die Führung zurück. Murati erhöhte 20 Sekunden vor dem Ende von der Linie aus auf +3 für den Gastgeber. Hayden Lescault glich wenige Sekunden vor Schluss per Dreier erneut aus. Als schon beinahe alle mit einer dritten Verlängerung rechneten, wurde Tilo Klette unter dem Korb gefunden, der von Tawiah nur noch per Foul zu stoppen war. Klette versenkte den ersten Freiwurf souverän, stellte den Endstand von 91:90 her und brachte die Swans in ihr neuntes Cup-Finale.

Fazit:
Der Routinier selbst hat heute einfach den Unterschied ausgemacht und gezeigt, warum er mit 41 Jahren immer noch ein absoluter Leistungsträger ist. Er rettete Gmunden mit einem Buzzer-Beater in die Overtime. Dort kämpfte er um jeden Rebound, verwandelte die entscheidenden Freiwürfe und war einfach in den entscheidenden Aktionen der X-Faktor. 

Unterm Strich braucht man in Cup-Spielen oft das nötige Glück, um ins Finale einzuziehen. Das haben die Swans heute gehabt. Oberwart war heute ein absolut ebenbürtiger Gegner. Beide Mannschaften hätten sich den Einzug ins Finale verdient gehabt, aber wie bereits erwähnt, war das Glück auf Gmundener Seite.

Zum morgigen Spiel bleibt nicht viel zu sagen, bis auf ein humorvolles Zitat eines langjährigen Swans-Mitarbeiters, der meinte: “Der große Vorteil für morgen ist, dass unsere Legios ausgeruht sind :-)“

Endstand: 91 : 90 n.2.V. (20:9, 37:32, 51:51, 71:71, 79:79) für Gmunden

Beste Werfer:

Gmunden: Murati 27, Klette 16, White 13 (10 Reb.), Brummitt 10, Friedrich 8, Blazan 7, Murray 6, Linortner 4

Oberwart: Lescault 28, Poljak 18, Mikutis 14, Ochsenhofer u. Tawiah je 11, Szkutta 6, Miner 2

Stimmen zur Begegnung:

Richard Poiger, Sportlicher Leiter der Swans: „Wir sind im Finale, das war unsere Zielvorgabe und die haben wir erreicht. Wir haben uns über das ganze Spiel sehr schwer getan. Gratulation an die Mannschaft, dass sie so noch einmal so zurückzukommen ist.“

Matthias Linortner, Spieler der Swans: „Wir sind sehr gut in die Partie gestartet und waren auch konstant in Führung. Die Gunners haben uns dann mit ihrem Pressing den Schneid abgekauft und in der Folge waren wir nicht so gut in der Offensive. Das Glück war heute auf unserer Seite. Jetzt freuen wir uns auf morgen.“ 

 

Klosterneuburg Dukes – Kapfenberg Bulls 65:74 (10:20, 32:37, 45:60)

Beste Werfer Dukes: Miletic 24, Bavcic 10, Hopfgartner 10

Beste Werfer Bulls: Vujosevic 23, Ford 14, Wilson 12

Bogic Vujosevic startete mit fünf Punkten in Serie für die Bulls in die Begegnung. Die Dukes konnten zwar wenig später noch ausgleichen, ab diesem Zeitpunkt übernahm der Titelverteidiger allerdings die Kontrolle. Kapfenberg agierte clever in der Defensive, entschlossen in der Offensive und baute den Vorsprung stetig aus. Vor allem am Rebound konnten die Herzöge nichts entgegensetzen. Während Xavier Ford und sein Team in den ersten zehn Minuten für sechs Offensivrebounds sorgten, pflückte Klosterneuburg lediglich fünf Boards in der Defensive. Kapfenberg ging mit einem komfortablen +10 in die erste Viertelpause. Die Bulls konnten den Vorsprung in den ersten Minuten des zweitens Viertelfinales ein wenig ausbauen, ehe Predrag Miletic im Alleingang einen Zwischenspurt hinlegte und auf 23:29 verkürzte. Die Bulls erarbeiteten sich weiterhin zahlreiche zweite Chancen und kamen im Nachsetzen immer wieder zum Erfolg. Die Dukes ließen sich aber nicht abschütteln. Moritz Lanegger sorgte mit Ablauf der ersten Halbzeit per Dreier für den 32:37 Pausenstand. 

Die Herzöge hielten sich in den Anfangsminuten des dritten Viertels gut im Spiel. Dann legte Vujosevic einmal mehr gehörig vor und zog mit seinem Team auf bis zu 16 Punkte davon. Während die Herzöge in der Offensive immer wieder gestoppt wurden, spielten die Bulls ihre Angriffe effizient zu Ende und versenkten ihre Würfe von außen. Mit einem Spielstand von 45:60 gingen die beiden Finalaspiranten in das letzte Viertel. In zerfahrenen ersten Minuten des Schlussviertels schafften es die Dukes nicht den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Während die Dukes im finalen Abschnitt von außen die längste Zeit erfolglos blieben, verwalteten die Bulls ihren Vorsprung. Die Niederösterreicher bäumten sich aber noch ein letztes Mal auf und verkürzten 1 Minute und 30 Sekunden vor Schluss durch Miletic auf 61:67. Xavier Ford sorgte allerdings mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf für die Vorentscheidung. Die Kapfenberg Bulls setzten sich 74:65 durch und treffen im morgigen Finale des Raiffeisen Cup-Final 4 auf die Swans Gmunden. 

Während die Kapfenberg Bulls 41% der Dreipunktewürfe versenkten, trafen die Dukes lediglich 23% der Würfe von außen. Auch am Rebound waren die Steirer an diesem Abend deutlich überlegen (47:35). Bogic Vujosevic reüssierte mit 23 Punkten. Übertroffen wurde der Top-Scorer der Bulls nur von Predrag Miletic mit 24 Punkten. Xavier Ford steuerte mit 14 Punkten und zehn Rebounds ein Double-Double zum Erfolg bei. Bereits im vergangenen Jahr kämpften die Bulls mit den Swans um den Cup-Titel. Die Steirer setzten sich damals hauchdünn mit 82:79 durch.