27.01.2020

Interview Thomas Hieslmair

Gerade heute ist ein guter Zeitpunkt um dieses Interview zu schalten! Gestern konnten viele Fans mitbewundern wie "Hirschi" Thomas Hieslmair nach seiner langwierigen Verletzung wieder auf das Bundesligaparkett zurückgekehrt ist und dabei einige Glanzminuten zum Besten gab. Thomas gibt uns Einblicke wie es ist so eine "Hiobsbotschaft des Saisonaus" zu empfangen und wie es ist sich wieder zurückzukämpfen!

Welcome back, kann man da nur sagen! Wie ist es wieder die „ersten Schritte“ zu tun? 
Es ist super wieder zurück am Feld zu sein und wieder voll und ganz Basketball spielen zu können. Es war eine lange Zeit wo ich leider zum Zusehen verbannt war, deshalb ist es jetzt besonders schön wieder zurück zu sein.

Nun hat diese Hiobsbotschaft der schweren Verletzung den Matze getroffen. Aus deiner Erfahrung was geht da in einem Spieler vor, wenn das Saisonende zum Fakt wird?
In den ersten paar Tagen ist es schon ein ziemliches „Gefühlschaos“ und sehr schmerzhaft, wenn man gezwungen ist, eine lange Zeit an der Seitenlinie sitzen zu müssen. Doch ich glaube es ist wichtig schnell nach vorne zu schauen und das Beste aus einer solchen Situation zu machen. Auch wenn man eine solche Verletzung nicht schönreden kann, gibt es Vieles was man aus diesen Abschnitt lernt. 

Wie haben dich deine Teamkollegen in dieser Phase begleitet? Wie hast du deine erste Zeit nach Unfall verbracht? 
Die Zeit nach der Verletzung war etwas schwierig, da man doch sehr eingeschränkt ist. Dadurch, dass meine OP erst knapp zwei Monate nach meiner Verletzung durchgeführt werden konnte, konnte ich mich aber auch gut auf diese vorbereiten. In dieser Zeit habe besonders an der Beweglichkeit und der Mobilität am Knie gearbeitet, womit ich nach der Operation schon einen gewissen Vorteil hatte. Meine Teamkollegen haben mich vor allem auf der mentalen Ebene unterstützt. Es war besonders wichtig Menschen zu haben, die dir in dieser schwierigen Phase beiseite stehen und für diese bin ich besonders dankbar.

Nun bist du zurück. Geht man da mit vollem Elan wieder ans Werk oder ist man zu Beginn verhaltener, ängstlicher? Vor allem Naima Gaidoschik, deine Physio, war auch sehr strikt mit dem Wiedereinstieg, ja nicht zu früh.
Nach einer so langen Pause war es ein wahnsinnig gutes Gefühl wieder voll im Trainingsalltag dabei sein zu können. Ich hatte in der Verletzungspause gut gearbeitet und mir auch in den Sommereinheiten, zusammen mit Coach Nabil wieder Vertrauen zu meinen Knie aufgebaut. Angst, dass etwas passieren könnte hatte ich eigentlich nie. Zu Beginn versucht man sich natürlich etwas heranzutasten und versucht sich wieder an die Bewegungen zu gewöhnen. In den ersten Trainings merkte ich schon, dass es etwas Zeit dauern wird um wieder in Rhythmus zu kommen, was mir aber von Anfang an klar war. Bei einer solchen Verletzung ist es besonders wichtig nichts zu überstürzen und keine unnötigen Risiken einzugehen. Deshalb musste ich auch in der letzten Zeit noch etwas geduldig sein auch wenn es schon sehr gekribbelt hat.

Wie war dann deine Vorbereitung auf diese Saison? Wie muss man sich das vorstellen?
Direkt nach der Operation ist man natürlich sehr eingeschränkt und kann das Bein kaum belasten, hier versucht man vor allem die Beweglichkeit und die Stabilität wieder zurück zu erlangen. Hat man diese Phase überstanden geht es eigentlich ziemlich rasch zum Muskelaufbau, dadurch das nach der OP die Oberschenkelmuskulatur so gut wie verschwunden ist. Hat man dann die Stabilität und die Muskeln wiederaufgebaut, beschäftigt man sich mit Schnelligkeit und Sprungsachen. In diesen Bereichen arbeitete ich täglich mehrere Stunden im Fitnessstudio Ungeheuer, wo ideale Bedingungen für diese Aufgaben herrschen. Danach geht es schön langsam wieder an das Basketballspezifisches Training bis hin zum Training mit vollem Kontakt.

Aber jetzt blicken wir positiv in die Zukunft. Welche Ziele hast du dir nun gesteckt? Gibt es ein Vorbild an dem du dich orientierst? 
Meine Ziele sind vor allem verletzungsfrei zu bleiben und mich so gut es geht weiter zu entwickeln, die Erfahrung aus der schwierigen Zeit mitzunehmen und positiv in die Zukunft zu schauen. Alles Weitere wird sich von selbst ergeben. Ein wirkliches Vorbild habe ich eigentlich nicht, natürlich gibt es die ein oder anderen Spieler von denen ich mir gerne etwas abschaue. 

Hirschi wir wünschen Dir an dieser Stelle nur alles erdenklich Gute und freuen uns dich wieder am Court zu sehen und vor allem „bleib g’sund“!!! Danke für diese Einblicke!!!

Eva Franke