05.07.2018

Jordi Guàrdia nimmt Abschied

Ein toller Coach, ein toller Typ, so kann man Jordi beschreiben. Auch wenn er Gmunden und die Swans in sein Herz geschlossen hat, ein tolles Angebot als Asst. Coach bei einem Erstligaclub in Schweden MUSSTE er einfach annehmen!

Jordi, für dich war es das erste Mal, dass du in einem anderen Land außerhalb Kataloniens gearbeitet hast. Eine Zusammenfassung deinerseits, wie hat es Dir gefallen?

Ich habe meine Entscheidung nach Österreich zu gehen, nie bereut! Nun weiß ich, es war richtig das zu machen. Neben Basketball möchte ich sagen ich habe wundervolle Menschen in Gmunden getroffen zu welchen ich in meinem weiteren Leben hoffe auch weiterhin in Kontakt zu bleiben. Basketballmäßig habe ich andere Visionen und andere Wege kennengelernt Sport zu verstehen und speziell Basketball. Ich liebe es die Möglichkeit zu haben zu erfahren wie Basketball in anderen Ländern praktiziert wird um bessere Perspektiven zu bekommen. Ich bin ebenso dankbar für die Erfahrungen die mich in verschiedenen Sprachen voranbrachten, am Ende dieser Erfahrung fühle ich mich reicher als Person. Und ich denke dasselbe macht mich auch als Coach reicher.

Du kommst aus einem Land wo Basketball einer der Top Sportarten ist. Vergleichbar mit dem Österreichischen Basketball, was denkst du darüber? 

Die Wahrheit ist, da gibt es viele Unterschiede. Aber ich würde es auch nicht mögen, dass man zu jeder Zeit glaubt ein Ort wäre besser als der andere. Nur unterschiedlich.

Beginnend - global gesehen ist Basketball hier nicht so populär. In Katalonien ist es der zweitgereihte Sport bei männlichen Lizenzen, und der erste bei Frauen. 

Warum es populärer ist? Wahrlich habe ich viele Male darüber nachgedacht. 

Ich denke zuerst das Wetter. Es hilft, dass man den Sport fast ganzjährig, jeden Monat, auch im Freien ausüben kann. Zusätzlich ist die Auffassung gegenüber Sport grundsätzlich verschieden, denn für Familien ist es von großem Interesse, dass ihre Kinder Sport betreiben. Sie glauben daran, dass es wichtig ist, einen Weg zu finden um kollektiven Sport ausüben, wo mannschaftliche und erzieherische Werte im Interesse der Kinder liegen. Ich stimme dem zu, Sport ist eine großartige Schule. Selbstverständlich ist es wichtig großartige Ingenieure, Professoren, Banker… für die Zukunft zu haben, aber es ist ebenso wichtig zu wissen wie man in einem Team arbeitet, Opfer zu bringen um Arbeitsziele zu erreichen und Verpflichtungen einzugehen.  

Wenn wir speziell vom Österreichischen Basketball sprechen kann man sagen, dass man noch einen Schritt vorwärts gehen müsste. Aber ich habe viel Positives gesehen, dass sich viele Menschen einsetzen um diesen Sport in Österreich voran zu bringen. Es ist noch viel Arbeit zu tun aber ich habe den Willen gesehen dies zu bewerkstelligen. Viele Male hatte ich das Gefühl, dass die Pläne den Österreichischen Basketball voranzubringen klar gegeben sind, aber wie kann man sie entwickeln. 

In unseren Treffen hast du mir immer erzählt, dass der Fokus darauf liegt Spieler besser zu machen. Woran muss er/sie arbeiten? Spaß haben, Erfolg, Druck zu gewinnen, Motivation (obwohl man z.B. ein Spiel verloren hat) – eine Gratwanderung für Coaches und Kinder?

Das ist ein sehr umfangreiches Thema für das man Stunden und Stunden bräuchte….

Offensichtlich verstehen wir alle, das Basketball ein sehr kollektives Teamspiel ist. Aber um als Team gut zu spielen … was braucht man zuerst? Gute Spieler.

Zum Beispiel. Wir können unseren Spielern (als Teamkonzept) nicht über Dinge von hohem Schwierigkeitsgrad sprechen z.B. Pick and Roll, wenn sie nicht geschickt genug sind den Ball zu dribbeln oder diesen zu passen. Oder wir können nicht verärgert darüber sein, wenn unsere jungen Spieler einmal mehr und einmal weniger als Team agieren. Schlussendlich haben wir darauf zu achten, dass am Ende eines Trainings oder eines Spiels jeder einzelne besser ist. Erst dann kann man auch ein besseres Team sein.

Was ist das Ziel für Wettkämpfe der Jugendteams? Training in einer realen Situation. Es ist Teil eines Prozesses. Der wichtigste Ansatz, bringe Spieler, so oft wir können, in eine echte Situation die sie lösen müssen. Vielleicht gewinnt man heute einmal, aber wenn sich unsere Spieler aufbauen kommt der Sieg sicher oder der Sieg wird zu den Spielern kommen, wenn sie zukünftig in einem guten Erwachsenenteam sind, weil wir ihnen geholfen haben sich zu entwickeln. 

Wir als Coaches verpflichten uns Spieler vorwärts zu bringen. Wir müssen individuell arbeiten. Wenn ein Spieler eine „Stufe“ verlässt müssen wir ihm helfen weitere Herausforderungen für ihn und in der nächsten zu finden. Bringt Talente unabhängig vom Alter zusammen.

Wir sollen keine Zeit mit tausenden taktischen Konzepten und tausenden verschiedenen Verteidigungsstrategien verschwenden. BB ist nicht für Coaches er ist für Spieler und wir müssen ihnen Lösungen anbieten. Das sind unsere Prioritäten und das ist es wie ich Basketball für Jugendteams verstehe. Klar, in Senior Klassen, ist es selbstverständlich etwas anderes.

Gmunden Swans, was waren deine Eindrücke über den Club und seine Teams?

Mein erster Eindruck über den Verein war, dass er ein kleines Wunder ist. In einer kleineren Umgebung einen Club zu haben der in der Österreichischen Meisterschaft mitmischt ist unglaublich. Und das bei weitem Wichtigste ist, dass er ein hohes Maß an sozialer Kompetenz vertritt, einerseits helfend bei der Organisation als auch bei den Spielen als Fans in der Halle. Ich habe meinen Spielern immer wieder gesagt, dass sie sehr privilegiert sind ein BBteam wie dieses in ihrer Heimatstadt zu haben und sie sollten kein Spiel verpassen. Diesen Gmundner Club zu lieben ist eigentlich ein Muss.  

Das Zweite das ich hervorheben möchte ist, dass ich das Gefühl habe der Verein ist gewachsen. Es ist viel Anstrengung dahinter das Bundesligateam, ebenso wie die Nachwuchsteams und die Organisation, auszubauen. Natürlich sind noch einige Dinge zu bewerkstelligen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir den Club auch in den kommenden Jahren sehr weit oben sehen. 

Zuletzt muss ich feststellen, dass die Obsorge die man den Mitarbeitern und Spielern und allen ihren Leuten entgegenbringt ist exzellent. Ich habe mich Zuhause gefühlt und die Organisation ist wirklich gut. Die Swans sind eine großartige Familie. 

Über meine Teams kann ich viele Dinge sagen:

Unsere mU16 musste sich sehr schweren Wettkämpfen stellen. Wir konnten nur einige Spiele gewinnen. Aber ich bin überzeugt, dass sich viele von ihnen von Oktober weg stark entwickelt haben. 

Unsere Mädchen haben sich mit ihrem Leistungsvermögen im Training sehr gesteigert. Einige haben sich sehr gut voran gearbeitet und haben den BB lieben gelernt.

Unsere jüngsten Spieler (U11 / U10 / U9) hatten viel Spaß daran den BB kennen zu lernen, das ist Wichtigste, in jedes Training zu kommen und glücklich zu sein. Ich habe versucht allen diese Liebe zum und die Werte des BBsport zu vermitteln. Die Notwendigkeit das Training regelmäßig zu besuchen, oder der Wille besser und wettbewerbsfähig zu werden, kurz, alles zu schätzen was dieser Sport ihnen geben kann. 

Das kommende Jahr bringt eine neue Erfahrung mit einer Kooperation in den ÖMS    zwischen den lokalen Clubs im Salzkammergut. Was denkst du, ist das wichtig um das Jugendprogramm weiter zu entwickeln?

Ich finde es großartige Neuigkeiten, dass die Vereine der Region zusammenarbeiten. Ich hoffe, dass es gut geht und die SpielerInnen Vorteile daraus ziehen. Wie ich schon vorher sagte, es ist großartig, wenn man die Möglichkeit hat Talente zusammenzuführen. Es macht keinen Sinn separat zu arbeiten. Sie sind nun in der Lage zusammen in einem guten Wettkampf und Training miteinander anzutreten. Das wird alle zu besseren SpielerInne machen. Ich denke all diese Initiativen sind wichtig. Ich denke der Ö.BB ist in einer Situation in dem, wenn er gut weiterarbeitet, in ein paar Jahren die „Früchte ernten“ kann. Es ist sehr wichtig Ressourcen dafür bereitzustellen. Wie ich schon sagte, es sind nicht nur Projekte als solche wichtig, wie man sie voranbringt ist wichtig. Habe über die Jahre eine Linie und klare Ideen die du verfolgst und kreiere deinen eigenen Stil. Ich denke, wenn die Vereine weiterhin darauf achten und sich für ihre Nachwuchsteams anstrengen dann wird man einige Spieler als „neue Matzes“ im Bundesligateam finden. Aber wie gesagt, es ist ein Job der viel Zeit und Geduld erfordert.

Nun hast du eine neue Chance als Coach erhalten. Bitte erzähle uns mehr darüber!

Nächste Saison gehe ich nach Schweden. Da werde ich in einer kleinen Stadt namens Nässiö als Assistant Coach in der ersten Schwedischen Liga arbeiten. Es ist eine sehr tolle Herausforderung und ich möchte diese Chance, meinen Weg als Coach zu wachsen, nutzen. Ich freue mich, dass ich in die Seniorenklasse zurückkehren kann um neue Erfahrungen zu machen. Aber, ich werde auch weiterhin mit Interesse alles was bei den Swans passiert weiterverfolgen. Beides, Bundesliga und Jugendteams. Ich wünsche jede/m/r SpielerIn, Coach, Team und den Vereinsvolontiers das Beste.

Hast Du noch irgendeine Nachricht für die Swans?

Ja, ich habe eine große Dankensnachricht.

Danke an die SpielerInnen und ihre Familien. Es war mir durch sie möglich viele Dinge zu lernen. Ich werde sie ein Leben lang in meinen Erinnerungen halten.

Danke an alle Menschen rund um den Club die mir geholfen haben hier in Gmunden ein einfacheres Leben zu führen.

An Harry Vonbun, für das Vertrauen und für jede Hilfe immer dann, wenn ich sie brauchte. Hinter dieser großartigen Person steckt, auch eine großartige Persönlichkeit und ein wirklich guter Mensch. 

An Richard Poiger, für all die Zeit, wenn ich ihn etwas fragen musste. Er hatte immer verständnis und half mir in allem. Der Club tat Richtiges ihm diese Position anzuvertrauen. Er macht eine großartige Arbeit.

An Harald und Petra Wiemann, die mir jeden Tag beim Mittagessen die Freude machten über viele verschiedene Dinge zu plaudern. Sie sind großartige Menschen. 

An alle Coaches im Verein, besonders an jene die mir mit meinen Teams geholfen haben. Moritz, Christian und Milos, danke für Eure Hilfe und für die Hilfe für die SpielerInnen.

An Wimmer Bernd, dem eigentlichen „Coach oft he Year in Österreich“ und Markus Pinezich für eine gute Zusammenarbeit mit mir. Es ist nicht so einfach zu gewinnen und zur selben Zeit jungen Menschen beiseite zu stehen ihnen auch Bedeutung in der Bundesliga zu verleihen. Ich hoffe die Gmundner würdigen dies angemessen.

An alle Volontiers im Verein, besonders Billy und Harry Stelzer. Sie halfen ebenfalls immer, wenn ich es brauchte.

An Manfred und alle Hallenwarte die uns das Leben erleichtern, wenn wir Trainings organisieren.

An die LehrerInnen und SchülerInnen an den Schulen die ich im Schulprogramm besucht habe, sie haben mich immer sehr gut aufgenommen. Auch die Bundesligaspieler die mit mir zu den Besuchen begleiteten. 

An die Franke Familie. Ich weiß nicht wie ich mich für die Fürsorge jemals bedanken kann. Sie haben mich seit dem ersten Tag als ich in Gmunden ankam willkommen geheißen und haben mich exzellent aufgenommen. Sie sind die besten Gastgeber, ohne Vorbehalte, dass jemand in einem Land neu ist. Danke für diese Freundlichkeit, für eure Liebe und euer Besorgtsein während meines Aufenthaltes in Österreich.

Ihr alle kennt es, Leben und Basketball gehen herum. So, wer weiß, eines Tages treffen wir uns alle wieder. Ich hoffe sie vergessen mich nicht und tragen gute Erinnerungen, genauso wie ich von ihnen, mit sich. Nun Gmunden und die Basket Swans sind ein Teil von mir.

Danke! 

Euer Jordi Guardià

Im Namen aller Swans und unserer Freunde, danken wir dir für eine Bereicherung in unserem Basketballleben und für den Verein! Wir wünschen dir von ganzem Herzen alles Gute für eine weiterhin, spannende Zukunft! Du bist ein großartiger Bursch!!!

Muchas gracias!!
Eva Franke