27.05.2018

Spielbericht Finale # 1

ECE Bulls Kapfenberg – Basket Swans Gmunden 73:74 (22:20, 35:39, 53:62)

Bei den Bulls beginnt etwas überraschend Oliver an Stelle von Krämer, die Swans mit ihrer Starting 5 der letzten Wochen.

Die ersten Minuten stehen im Zeichen von Gmundens Toni Blazan, der mit 8 Punkten in knapp 4 Minuten für eine 10:6 Führung der Swans sorgt. Danach übernimmt aber Kapfenberg sukzessive das Kommando, stellt die Swans mit schnellem Transition-Basketball und immer wieder Pick&Roll vor enorme Probleme. Trotzdem verläuft das Viertel bis 17:17 weiter ausgeglichen, ehe bei den Swans der Faden endgültig reißt und Krämer mit 5 Punkten in Serie auf 22:17 stellt. Er ist es allerdings auch, der mit einem Offensivfoul die Swans vor weiterem Schaden bewahrt und Klette kann mit einem glücklich fallenden Dreier nochmals auf 20:22 verkürzen. Fehlwürfe und Turnover hüben wie drüben verhindern in der letzten Minute des Viertels ein weiteres Scoring.

Viertel 2 beginnt mit einem Dreier von Jamar – die Bulls führen 25:20. Die Swans treffen in dieser Phase vor allem aus der Distanz gar nichts, Vujosevic nutzt dies nach einem weiteren Fehlwurf zu einem easy-Fastbreak, weil auf ihn auch einfach in der Swans-Defense „vergessen“ wird. Coach Wimmer nimmt ein frühes Timeout, das vorerst noch nicht fruchtet, weil Rados sogar auf 29:22 ausbaut. Aber nun beginnt Tilo Klette sein unglaubliches Werk, bringt die Gmundner mit 6 schnellen Punkten, darunter einem Fastbreak !!! auf 28:29 heran. Rados kann nochmals dagegenhalten, dann folgt wieder eine Phase vieler Fehlwürfe. Dazu kommt noch der Wechsel des 24-Sekunden-Zeitnehmers, der offensichtlich überfordert ist und die Refs ziehen nach mehreren Fehlern die Reißleine. Rountree setzt sich danach mit einem Tipp-in erstmals offensiv in Szene, verkürzt auf 30:31, Kapfenberg findet danach keine Antwort und als Linortner bei einem Dreier gefoult wird, der alle 3 Freiwürfe verwandelt, ist das Momentum wieder zu den Swans gewechselt. Stegnjaic kann zwar für die Bulls nochmals ausgleichen, die Swans sind aber nun voll da. Allerdings begünstigt ein weiteres Offensivfoul von Rados auch deren Bemühungen, zudem bekommt der auch noch ein technisches Foul aufgebrummt. Murati trifft den Freiwurf zur neuerlichen Führung, die folgende Swans-Offense endet aber mit einem Fehlwurf. Aber auch Jamar trifft schon lange nicht mehr so gekonnt wie gewohnt, im Gegenzug ist es Murati, der einen Fastbreak vom Dreier zum 37:33 abschließt. Vujosevic und nochmals Murati per Freiwürfe stellen den Pausenstand her.

Zu Beginn des dritten Viertels rechnet eigentlich alles mit einem Großangriff der Bulls. Aber es sind die Swans, die in den ersten Minuten abgebrühter agieren und nach 4 Minuten die Führung durch Friedrich und Klette auf 48:40 ausbauen. Einem Bulls Turnover folgt der nächste Klette Korb, die Swans führen erstmals zweistellig. Jamar beendet diese sehr starke Phase der Swans zwar mit einem Dreier, die Bulls können sich in den nächsten Minuten auch stabilisieren, aber auch den Swans-Vorsprung nicht wesentlich verringern. Nach 28 Minuten bringt Klette die Gmundner mit 2 Freiwürfen wieder auf 60:50 weg, Jamar kann zwar nochmals auf 60:53 verkürzen, aber den Schlusspunkt setzt erneut der überragende Klette. Einziger Wermutstropfen aus Sicht der Swans: Friedrich und Gaidys haben bereits 4 Fouls angesammelt.

Zu Beginn des vierten Viertels kommen die Bulls durch Vujosevic und Rados zu 2 schnellen Körben, verringern den Rückstand auf 62:57. Auch eine Minute später steht‘s nach Freiwürfen von Mitchell und einem weiteren Rados Korb 64:59, ehe auch Klette langsam in Foulnöte kommt, sein drittes Foul kassiert. Aber die Swans verteidigen weiter exzellent, zwingen z.B. Oliver zu einem weiteren Fehlwurf, während Murati 6 Minuten vor dem Ende einen tollen Dreier zum 67:59 versenkt. Vujosevic und Klette erhöhen jeweils mit Freiwürfen, ehe Stegnjaic mit einem Offensivfoul für einen neuerlichen Ballbesitz der Swans sorgt, den der unglaubliche Klette erneut verwertet, die Swans führen knapp 5 Minuten vor dem Ende 71:61. Die Bulls nehmen eine Auszeit, Jamar kann auch im Anschluss sofort per and-1 scoren, verwirft aber den Freiwurf. Aber mit einem Offensivrebound bleiben die Bulls in Ballbesitz, Rountree sorgt aber mit einem spektakulären Block für ein Ausrufezeichen und sorgt selbst mit einem weiten Zweier offensiv fürs 73:63. Dann agieren eine Minute auf beiden Seiten nur noch die Defensivreihen, Blocks von Rountree und von Krämer verhindern weiteres Scoring, 2’30 vor dem Ende wird Friedrich gefoult und geht an die Linie. Er verwirft aber beide Freiwürfe, im Gegenzug macht’s Rados nach Offensivrebound besser, stellt per Dunking auf 73:65. Es beginnen die letzten 2 Minuten und die Swans beginnen offensiv extrem zu wackeln: Murati unterläuft ein Ballverlust, Jamar stellt im Gegenzug auf 73:67. Klette passt den Ball ins „Nirvana“, aber diesmal kann Jamar per Distanzwurf nicht antworten. Friedrich verwirft den nächsten Angriff, Rountree holt den Offensivrebound. Aber auch Klette trifft jetzt nicht mehr, Murati holt erneut den Offensivrebound, verliert aber prompt den Ball. Oliver wird gefoult, trifft 37 Sekunden vor dem Ende beide Freiwürfe – nur noch 73:69. Timeout Swans, um den Ball im Vorfeld einwerfen zu können. Das gelingt zwar mit Hängen und Würgen, aber erneut unterläuft Klette ein Fehlpass, im Gegenzug wird Vujosevic von Friedrich gefoult (dessen 5.), der trifft 21 Sekunden vor dem Ende beide Freiwürfe zum 71:73. Coach Wimmer nimmt sein letztes Timeout, den Bulls gelingt nun kein schnelles Foul, aber immerhin 13 Sekunden vor dem Ende eines an Linortner: Der Swans-Youngster verwirft den ersten Freiwurf, trifft aber den zweiten, stellt auf 74:71, zudem ist Oliver mit 5 Fouls draußen. Ein letztes Timeout der Bulls, dem folgt ein letzter Dreier der Kapfenberger, der aber sein Ziel weit verfehlt. Vujosevic erwischt zwar noch den Rebound und stellt auf 73:74, aber Murati passt den Ball 3 Sekunden vor dem Ende über die Mittellinie, das Spiel ist aus, der Swans-Sieg steht fest.

Fazit:
37 Minuten war es eine sehr gediegene Leistung der Gmundner, die sich vor allem über eine stetig steigende Intensität in der Defense definierte. Dann begann wie zuletzt schon des Öfteren das große Zittern, eine Serie von Hoppalas hätte Kapfenberg beinahe nochmals zurückgebracht. Am Ende also ein doch glücklicher, aber verdienter Sieg, der vor allem durch die sehr gute Reboundarbeit erkämpft werden konnte. Die Wurfquoten waren auf beiden Seiten relativ ausgeglichen, bei den Turnovers lagen die Swans nicht zuletzt durch das Schwächeln in der Endphase 18:13 „voran“. 

Punkte:
Klette 30 (12 von 17 aus dem Feld, 100% Freiwurf), Murati 13, Blazan 10, Linortner, Rountree (10 Rebounds) je 6, Gaidys, Friedrich 5, Mitchell 2.

Jamar 20, Vujosevic 18, Rados 17, Krämer 7, Oliver 6, Schrittwieser 3, Stegnjaic 2