13.11.2017

Spielbericht Kapfenberg

Kapfenberg Bulls – Basket Swans Gmunden 82:89 (17:20, 42:36, 63:63)

Beide Mannschaften können in Vollbesetzung antreten, dementsprechend tief wird auch rotiert.
Die Swans beginnen mit ihrer üblichen Starting 5 (Murati, Gaidys, Blazan, Wesby und Friedrich), Kapfenberg mit Rados, Vujosevic, Jamar, Schrittwieser und Moschik.

Die Gmundner brauchen fast 3 Minuten, um ins Spiel zu finden, da führt Kapfenberg bereits 5:0, wenig später 7:2. Jamar baut mit einem Dreier die Führung auf 10:4 aus, ehe Murati (mit seinem einzigen Korb in der ersten Spielhälfte) und Blazan mit einem Dreier nach Fastbreak die Swans auf 10:9 heranbringen. Blazan bringt die Swans sogar 11:10 in Front, danach wechselt die Führung mehrmals. Einige starke Szenen von Linortner sorgen sogar für die Führung in der Viertelpause.

Die Bulls starten auch in Viertel 2 viel effizienter, Oliver per Dreier, Stegnjaic und Krämer nach Offensivrebound sorgen für einen 7:0 Run, der Coach Wimmer zu einem schnellen Timeout zwingt. Danach können die Gmundner zwar durch Linortner endlich scoren, bleiben aber weiter fehlerhaft. Kapfenberg kommt vor allem durch viele zweite Chancen (insgesamt scoren die Kapfenberger in Hälfte 1 13 Punkte aus solchen) auf 31:22 weg und hält diese 9-Punkte-Führung bis 39:30. Gaidys und Rados beharken sich sehr intensiv, bekommen zweimal ein Doppelfoul gepfiffen, das tut den Gmundnern mehr weh, weil Gaidys damit schon früh 3 Fouls angesammelt hat. Dennoch kann Friedrich mit starken Aktionen auf 36:39 verkürzen, den Schlusspunkt setzt aber der junge Hahn, der für die Bulls einen Dreier zum 42:36 Pausenstand scort.
Bei den Swans fehlen vor allem die Punkte von Murati und Wesby (nur 2), Klette (1) und Gaidys (0).

Nach der Pause ist dann alles anders: Zwar kann Kapfenberg durch Rados wieder auf 47:38 vorlegen, aber die Swans sind nun hellwach: Murati trifft ein and-1 zum 43:47, hängt dabei Rados auch das dritte Foul an und nach einem Schrittwieser Fehlwurf kann Murati im Gegenzug per Dreier auf 46:47 scoren. Ab diesem Zeitpunkt sind die Swans vollends dran, hecheln aber minutenlang immer einem kleinen Rückstand hinterher. In dieser Phase ist das Spiel sehr intensiv, die Swans hadern auch in einigen Situationen mit Schiedsrichterentscheidungen. Oliver kann mit 2 guten Aktionen die Bulls auf 59:56 in Front halten, aber zuerst Linortner und danach Friedrich sorgen nach langer Zeit für die erste Führung der Swans (60:59). Krämer kann zwar mit 2 Freiwürfen wieder für die Bulls-Führung sorgen, aber Friedrich ist weiter „on fire“, trifft einen Dreier zum 63:61. Die letzte Offense der Bulls endet mit einem Korb von Hahn, der einen Offensivrebound holt – 63:63.

Im letzten Viertel sind die Swans nun von Beginn an gut drauf, halten weiter voll dagegen. Kapfenberg führt zwar immer knapp, als aber Friedrich bei einem Dreier gefoult wird und alle 3 Freiwürfe trifft, liegen die Swans wieder 68:67 voran. Vujosevic verwirft einen Dreier, im Gegenzug trifft Gaidys vom Dreier, die Swans führen 71:67. Und ab diesem Zeitpunkt sind die Gmundner unglaublich abgezockt, spielen stets geduldig die Zeit runter und treffen hochprozentig. Dazu hat man mit einer 1:2:1:1 Zone (weil Gaidys 4 Fouls und Klette ebenfalls schon 3 Fouls hatten) viele Teilerfolge, lässt auch wenig Offensivrebounds zu. Wesby und Mitchell treffen schwierige Dreier zum 77:68. Rados kann auf 77:70 verkürzen, im Gegenzug wird aber Gaidys von Vujosevic gefoult, der muss mit seinem 5. Vergehen raus und Gaidys verwertet beide Freiwürfe zum 79:70. Kapfenberg trifft weiter nichts und die Swans holen die Rebounds. Oliver foult Mitchell, hat damit auch schon 4 Fouls, Mitchell trifft ebenfalls beide Freiwürfe zum 81:70. Dann kann Oliver endlich einen offenen Dreier versenken, aber Mitchell macht es ihm im Gegenzug sofort nach – weiter +11 für die Swans. Kapfenberg nimmt 2’20 vor dem Ende ein Timeout, das vorerst nichts fruchtet, weil Klette kurz vor Ende der Shotclock gefoult wird und mit einem verwerteten Freiwurf auf 85:73 verkürzt. Im Gegenzug wird’s nochmals kurz brenzlig, denn Rados gelingt ein and-1, dabei foult sich Klette aus. Die Swans spielen weiterhin sehr geduldig, Gaidys muss einen Notdreier nehmen, aber Friedrich holt einen tollen Offensivrebound. Er wird gefoult, trifft ebenfalls einen Freiwurf zum 86:76. Coffin marschiert coast to coast, stellt 41 Sekunden vor dem Ende auf 86:78. Schrittwieser nimmt eine weitere Auszeit, die allerdings der Swans-Coach Wimmer sofort mit einer Auszeit kontert. Dadurch bekommen die Swans den Ball im Vorfeld zugesprochen, spielen die Zeit wieder geduldig runter, Friedrich wird wieder gefoult, trifft wiederum einen zum 87:78. In den letzten Sekunden kann Kapfenberg durch Coffin und Stegnjaic das Ergebnis noch etwas korrigieren, am Swans-Sieg gibt’s freilich nichts mehr zu rütteln.

Fazit:
In der ersten Halbzeit funktionierte vieles nicht nach Wunsch, aber man stellte diese Defizite danach mehr als ab. Und die vorher so schwächelnden Scorer der Gmundner schwangen sich danach auch zu solider Offensivleistung auf. Das Um und Auf waren aber diesmal die beiden Guards: Friedrich spielte eine überragende Partie und auch Mitchell traf unglaublich, versenkte 4 von 5 Dreiern, dazu produzierten beide fast keine Ballverluste. Erwähnenswert auch die starke Leistung von Blazan und der blitzsaubere Auftritt von Linortner, sowie die sehr gute Defense von Murati.
Insgesamt eine tolle Teamleistung der Swans, es war auch bemerkenswert, dass die Bulls im letzten Viertel nicht mehr zulegen konnten, obwohl die Starspieler bis dahin doch einige Pausen bekommen hatten. Das war aber vielleicht dem erfolgreichen und kräfteraubenden Europacupauftritt geschuldet, in dem Kapfenberg noch am Mittwoch auswärts in Finnland erfolgreich blieb.

Punkte: Friedrich 23 (+ 5 Assists und 6 Rebounds), Mitchell 14 (+ 4 Assists), Blazan, Murati je 11, Linortner 10, Wesby 9, Klette und Gaidys je 5, Schartmüller 1;
Krämer u. Rados je 16, Jamar 15, Oliver 10, Coffin 8, Stegnjaic 7, Hahn 5, Schrittwieser 3, Vujosevic 2.