08.03.2018

Spielbericht Kapfenberg

Kapfenberg Bulls – Basket Swans Gmunden 95:77 (19:15, 49:34, 72:60)

 

Die Swans ohne den erkrankten Wesby, die Bulls ohne den am Knie verletzten Krämer. Daher veränderte starting-5 bei beiden Mannschaften, bei den Gmundnern Rountree und Klette, bei den Bulls „small ball“ mit Coffin statt Krämer.

Den besseren Start verzeichnet Kapfenberg, führt rasch 4:0. Murati trifft den ersten Dreier zum 4:3, nach einem Vujosevic Korb zum 6:3 ist es erneut Murati, der per Dreier zum 6:6 ausgleicht. Coffin mit viel zu viel Platz und Friedrich nach einem schönen Play stellen auf 8:8, ehe Rountree nach Fastbreak per Dunking auf 10:8 für die Swans stellt. Im Gegenzug unterläuft ihm aber ein Goal-tending, die Bulls gleichen auf 10:10 aus. Klette legt für die Swans erneut vor, ehe eine offensiv fürchterliche Phase der Gmundner beginnt: Fehlwürfe, Turnover und als Krönung noch, nach einem Bulls-Geschenk (ein unsportliches Foul von Oliver, das der ohne Not bei eigenem Ballbesitz begeht), 2 Freiwurf Fehlwürfe, statt die Führung auszubauen, bleibt man auf den 12 Punkten hängen. Coffin gelingt dann für die ebenfalls in dieser Phase nicht überzeugenden Bulls der Ausgleich, auch weil der soeben aufs Parkett gekommene Mitchell defensiv pennt. Die nächste Offense endet mit einem Mitchell-Turnover, aber auch Stegnjaic begeht ein Offensivfoul. Aber die Swans treffen weiter nichts, Murati, Klette und Mitchell verwerfen jeweils Distanzwürfe. Kapfenberg kommt so zu einer 16:12 Führung, ehe Linortner mit einem Block gegen Stegnjaic ein Statement setzt. Klette kann in der Folge per and-1 auf 16:15 verkürzen. Aber Gaidys begeht ein unsportliches Foul, Vujosevic per Freiwurf und Coffin aus der folgenden Offense bauen wieder auf 19:15 aus.

Das zweite Viertel beginnt mit Körben von Stegnjaic und Rados, die Bulls führen rasch 23:15. Mitchell kann mit einem Dreier dann endlich auch für die Swans anschreiben, aber Kapfenberg ist jetzt am Drücker: Vor allem inside können sich die Bulls immer wieder durchsetzen, führen rasch 28:18, ehe Coach Wimmer das erste Timeout nimmt. Auch das nützt vorläufig nichts, denn Stegnjaic baut auf 30:18 aus, ehe die Swans endlich etwas an Intensität zulegen können: Mitchell und Rountree gelingen Steals, die Friedrich jeweils zu Fastbreakkörben verwertet, nur noch 22:30. In den nächsten Minuten entwickelt sich ein offenes Spiel, Kapfenberg legt vor, die Swans ziehen nach. Dann die Schlussphase dieser Halbzeit und die ist aus Swans-Sicht fast zum Weinen: Zuerst schließt Linortner einen Fastbreak zum 32:38 ab, zwingt damit Coach Coffin, binnen 2 Minuten die zweite Auszeit zu nehmen. Doch auch unmittelbar danach unterläuft seinem Sohn ein Turnover, aber Mitchell bringt das Kunststück zuwege, mit einem dummen Turnover das Momentum wieder an Kapfenberg zurückzugeben. Vujosevic und Oliver bauen so wieder auf 42:32 aus, Gaidys kann mit seiner einzigen nennenswerten Offensivaktion auf 34:42 verkürzen. Vujosevic baut mit Freiwürfen wieder auf 44:34 aus, die Swans können fast ausspielen, schaffen auch einen freien Dreier für Murati, aber der trifft leider nicht. Es geht noch 4 Sekunden und Linortner begeht kurz nach einem Kapfenberg Einwurf ein völlig deplatziertes Foul, das noch dazu unsportlich gepfiffen wird. Vujosevic trifft beide Freiwürfe, der Buzzerbeater –Dreier von Rados geht dann auch in den Korb. Statt -7 steht’s plötzlich -15.

Nach der Pause kommen die Bulls mit breiter Brust aufs Parkett, spielen ihre Offenses recht gut und führen durch Jamar und Coffin rasch 55:34. Ein schnelles Timeout von Coach Wimmer und der Versuch, mit Zonendefense den Bulls-Rhythmus zu brechen, ist einige Minuten recht erfolgreich. Kapfenberg trifft von der Dreierlinie nichts, hält aber anfangs mit Offensivrebounds (Rados) noch den Vorsprung, führt 62:42. Dann gelingt Rountree ein Dreier, im Gegenzug blockt er einen Kapfenberger und die nächste Offense endet mit einem Friedrich Dreier – nur noch 48:62. Rountree und Linortner befeuern weiterhin die Swans-Aufholphase, nur noch 52:64. Dann wird gleich mehrmals der 24-Sekunden-Zeitnehmer der Kapfenberger ausgetauscht, in dieser chaotischen Phase unterläuft den Bulls eine 24-Sekunden-Übertretung und Murati kann mit dem nächsten Dreier den Rückstand wieder einstellig gestalten. Aber Oliver knackt nun erstmals auch per Dreier die Swans-Defense, stellt auf 67:55. Rados begeht ein unsportliches Foul an Linortner, der trifft beide Freiwürfe zum 67:57, die folgende Offense endet leider mit einem Rountree Fehlwurf. Oliver legt noch einen weiteren Dreier nach, Mitchell antwortet mit einem ebensolchen zum 60:70. Und wieder sind es die letzten Sekunden, in denen die Swans sich praktisch selbst aus dem Spiel nehmen. Vujosevic scort zum 72:60, Gaidys kassiert nach einem Gerangel mit Stegnjaic ein technisches Foul und muss, weil in Viertel 1 bereits mit einem unsportlichen Foul belastet, das Parkett verlassen.

Und statt mit Ballbesitz Swans beginnt das letzte Viertel mit einem Freiwurf von Vujosevic und auch den folgenden Ballbesitz verwertet derselbe zum 75:60. Damit sind die Swans endgültig gebrochen, Kapfenberg setzt sich wieder sukzessive ab und gerät fortan nicht mehr annähernd in Gefahr. Vor allem Rados stellt die Swans vor unlösbare Aufgaben, allerdings profitiert er auch davon, dass Klette aufgrund des Gaidys Ausschlusses viel zu viel Spielzeit nehmen muss. Am Ende bringen beide Teams noch fast alle Kaderspieler zum Einsatz, das ändert freilich nichts mehr am klaren Sieg des Meisters.

Fazit:
Irgendetwas ist in der Nationalteampause mit den Swans passiert: Da fehlt defensiv über weite Strecken die Intensität, offensiv unterlaufen auch viele Schwächeperioden, kurzum es ist überhaupt kein Rhythmus da. Und dann schwächt man sich auch noch durch unglaublich blöde Ballverluste und Fehler selbst.
Kapfenberg ist ohnehin schon die physisch stärkste Mannschaft der Liga, da kann man sich solche Fehlleistungen einfach nicht leisten, das wird eiskalt bestraft.
Einige Swans sind zumindest in diesem Spiel völlig von der Rolle, allen voran Gaidys aber auch der heuer schon so starke Blazan. Rountree fehlt völlig die Bindung im Spiel, einzig Murati, Friedrich und Klette performen okay.
Es wartet also viel Arbeit auf den Coaching-Staff, um die Truppe rasch wieder auf Vordermann zu bringen.