17.05.2018

Spielbericht Traiskirchen SF 2

Traiskirchen Lions – Swans Gmunden 81:89 n. V. (28:22, 41:39, 61:53, 77:77)

Traiskirchen übernimmt von Beginn an die Initiative, führt durch 2x Güttl und Trmal 6:2, ehe Friedrich mit einem ersten Dreier auf 6:5 verkürzt. In den nächsten Minuten verläuft das Spiel dann ausgeglichen bis 10:10, ehe eine unglaubliche Dreierserie beginnt: Güttl eröffnet diese mit einem recht glücklich reintröpfelnden zum 13:10, Linortner gleicht aber postwendend mit einem ebensolchen aus. Trmal wird einmal nicht konsequent genug verteidigt, versenkt den nächsten Dreier, aber wieder ist es Linortner, der sofort die Antwort parat hat. Ray trifft aber auch in der nächsten Lions-Offense vom Dreier aus, diesmal ist es Friedrich, der mit einem Distanzwurf zum 19:19 antwortet. Dann unterläuft Brkic der erste Fehlwurf in dieser Showtime, im Gegenzug ist es wieder Linortner, der die Swans mit seinem dritten Dreier zum 22:19 in Front wirft. Sieht man sicher nicht alle Tage, dass in knapp 2 Minuten insgesamt 7 Dreier (ohne Fehlwurf) getroffen werden, schon gar nicht in einem heiß umkämpften Play-off-Spiel. Güttl verwirft den nächsten Dreier-Versuch, aber Murati unterläuft im Gegenzug ein Schrittfehler. Das nutzt Ray, der den nächsten Dreier zum 22:22 versenkt und leitet damit eine starke Schlussphase der Traiskirchner zum Viertelende ein: Suljanovic, Andjelkovic und Danek werfen die Lions 28:22 in Front, profitieren allerdings in dieser Phase auch von 3 Turnover der Swans.

Viertel 2 wird von Klette erfolgreich eröffnet, Danek antwortet mit 2 sicheren Freiwürfen zum 30:24. Mitchell zieht zum Korb, sein Wurf wird von Andjelkovic nicht regelgerecht geblockt, bedeutet Goaltending und 30:26. Ray kann die nächste Offense nicht abschließen, dafür Klette, der mit dem nächsten Dreier auf 30:29 verkürzt. Das Spiel verläuft nun wie ein Yo-yo: Die Lions legen auf 34:29 vor, die Swans holen wieder auf, gleichen durch den nächsten Dreier – diesmal durch Blazan – wieder aus. Güttl und Trmal bringen die Lions wieder auf 39:34 weg, Gaidys hält dagegen verkürzt auf 39:37. Brkic stellt auf 41:37, die Swans können ihre nächste Offense nicht innerhalb der 24 Sekunden abschließen. Aber auch die Lions sind nicht mehr erfolgreich, Rountree blockt Güttl beim nächsten Dreierversuch, die letzte Swans – Offense endet mit einem Friedrich – Fehlwurf, den Gaidys am Offensivrebound doch noch zum 41:39 Anschluss verwerten kann.

Das dritte Viertel  beginnt mit einem Turnover der Swans, Güttl trifft im Gegenzug den nächsten Dreier. Murati möchte es ihm gleichtun, trifft aber nicht, dafür kann Güttl im Fastbreak auf 46:39 ausbauen, die Swans wackeln erstmals. Aber Rountree mit einem Halbdistanzwurf zum 46:41 und einem anschließenden Steal, den Friedrich im Fastbreak zum 46:43 verwertet, wendet das Blatt wieder: Die Lions nehmen daraufhin ein Timeout, aber auch das hilft nichts: Friedrich stealt erneut den Ball, wird dabei noch unsportlich gefoult: Er verwertet beide Freiwürfe zum 45:46, in der anschließenden Offense wird Gaidys gefoult – und auch der trifft beide Freiwürfe, die Swans liegen wieder 47:46 voran. Danek verwirft die nächste Lions-Offense, im Gegenzug trifft Murati einen schweren Halbdistanzwurf zum 49:46 und vollendet damit einen 10:0 Run der Swans. Andjelkovic kann diese Schwächephase der Lions dann beenden, stellt auf 49:48. Blazan wird am Rebound gefoult, trifft aber nur einen Freiwurf zum 50:48, Ray gleicht im Gegenzug wieder aus. Dann schlägt das Pendel wieder zugunsten der Lions aus: Andjelkovic per Freiwurf und Suljanovic in äußerster Bedrängnis stellen auf 53:50, ehe Murati mit einem Dreier erneut der Ausgleich gelingt. Aber wieder sind am Viertelende die Lions hellwach, erhöhen durch einen Güttl-Dreier auf 56:53 und nach einem unnötigen Swans Turnover durch Ray auf 58:53. Timeout Swans, aber auch die nächste Offense endet mit einem krassen Dreier-Fehlversuch von Friedrich, Güttl macht’s im Gegenzug besser, baut auf 61:53 für die Lions aus.

Auch das Schlussviertel beginnt mit einem Dreier der Lions – Danek stellt auf 64:53. Und als nach einem verunglückten Wurf von Klette Danek gar auf 66:53 stellt, gibt wohl niemand mehr auch nur einen Cent auf die Swans: Coach Wimmer bringt nun seine Starting-5 zurück und die verbeißt sich in der Folge richtiggehend in den Gegner: Zuerst kann Murati einmal den Negativlauf stoppen, trifft zum 55:66. Andjelkovic trifft zwar mit der Shotclock nochmals zum 68:55, aber irgendwie sind die Swans nun auf einmal am Drücker: Rountree nach Offensivrebound und auch Klette durch einen ebensolchen verkürzen auf 68:59. 6 Minuten vor dem Ende das nächste Traiskirchen – Timeout, die Partie legt danach nochmals an Intensität zu: Brkic wird zu einem Schrittfehler gezwungen, aber auch die Swans begehen in der nächsten Offense einen Turnover aus einem völlig verunglückten Einwurf. Ray verwirft die folgende Lions-Offense, ehe Murati mit seinem nächsten Dreier den Startschuss zu einer sehenswerten Swans-Schlussoffensive setzt: Suljanovic kann in der Folge nur einen Freiwurf zum 69:62 versenken, Murati wird bei einem Dreierversuch gefoult, trifft alle 3 Freiwürfe – es steht nur noch 69:65 für die Lions. Trmal wird geblockt, begeht am Boden liegend ein unsportliches Foul an Murati. Der trifft wiederum beide Freiwürfe zum 69:67, verwirft aber in der folgenden Offense, zudem begeht Rountree im Kampf um den Ball sein 4. Foul. Aber die Swans-Defense ist nun exzellent, Andjelkovic verwirft erneut und Klette gelingt im Gegenzug der Ausgleich. 2 Minuten vor dem Ende scheinen aber doch noch alle Felle davonzuschwimmen: Die Lions holen sich zweimal nach vergebenen Würfen den Offensivrebound und Ray gelingt ein Wahnsinnsdreier, bei dem er noch dazu gefoult wird, trifft auch den Freiwurf zum 73:69. Als dann auch noch Murati den Ball verliert, scheint endgültig alles verloren. Die Swans nehmen ein Timeout, Güttl wird danach gefoult, trifft aber nur den ersten der beiden Freiwürfe zum 74:69. Friedrich stellt 1’08 vor dem Ende mit einem Lay-up auf 74:71, wieder wird Güttl – nun schon taktisch gefoult, der trifft erneut nur einen von 2. Murati nimmt sofort einen Dreier – trifft 59 Sekunden vor dem Ende zum 75:74 Anschluss. Dann blockt Rountree Suljanovic, die Refs erkennen allerdings ein Foul, damit ist das Spiel für den Gmundner zu Ende. Suljanovic trifft beide Freiwürfe, was ein letztes Timeout der Swans nach sich zieht. Murati trifft mit der Shotclock den nächsten Dreier zum 77:77 Ausgleich, der letzte Angriff der Lions endet mit einem verteidigten (Fehl)wurf von Ray – Overtime!

Da passieren zuerst hüben wie drüben Fehlwürfe, ehe Klette gefoult wird, mit einem erfolgreichen Freiwurf auf 78:77 stellt, dazu muss Ray mit 5 Fouls raus. Martin Trmal unterläuft ein Airball, aber die Lions holen den Offensivrebound, aber auch Güttl trifft nun nicht mehr. Im Gegenzug wird Murati beim erneuten Dreierversuch gefoult, trifft die ersten beiden Freiwürfe zum 80:77. Nochmals bäumen sich die Lions in Person von Trmal auf, der wird von Gaidys gefoult (dessen 4.) und trifft beide Freiwürfe zum 80:79. Es geht noch 3 Minuten und Klette spielt all seine Routine aus, stellt auf 82:79. Einem Trmal Fehlwurf folgt auf der anderen Seite ein weiteres Foul an Klette, der trifft beide Freiwürfe sicher zum 84:79. 2 Minuten vor dem Ende Foul an Brkic, auch der trifft beide Freiwürfe, nur noch 84:81. Dann kann Klette eine lange Offense vom Dreier nicht erfolgreich abschließen, aber auch Danek verwirft auf der anderen Seite einen Dreier. Friedrich wird gefoult, trifft den ersten Freiwurf zum 85:81. Eine hektische Schlussphase beginnt mit einem Turnover Trmals, dem folgt ein Fehlwurf von Blazan, aber die Swans holen den Offensivrebound und aus dem resultiert das 87:81 von Friedrich. 34 Sekunden vor dem Ende noch ein Timeout der Lions, aber die verlieren in der folgenden Offense den Ball, Gaidys wird danach noch (unnötig) von Trmal gefoult (dessen 5.), trifft beide Würfe zum 89:81. Güttl versucht‘s nochmals vergeblich, ehe die Lions dann in den letzten 15 Sekunden die Niederlage zur Kenntnis nehmen und nicht mehr attackieren.

Es war schon eine bemerkenswerte Willensleistung der Swans, die doch mehrmals größere Rückstände aufholten und auch alle Rückschläge in Form von tollen Distanzwürfen der Lions wegsteckten. In der Overtime erwiesen sich die Swans dann als das routiniertere Team, wo Oldboy Klette da noch die Kraft hernahm, diese Begegnung in trockene Tücher zu legen, bleibt ein Rätsel.
Vater des Erfolges war allerdings diesmal ohne Zweifel Murati, der ein sowohl offensiv wie auch defensiv ein exzellentes 4. Viertel spielte und mit 16 Punkten in 8 Minuten die Overtime ermöglichte.
Traiskirchen hatte die knapp bessere Wurfquote, die Swans hatten erneut am Rebound die Nase knapp vorne, alle anderen statistischen Werte waren ausgeglichen. Beide Teams trafen mit 44 bzw. 43% exzellent von außerhalb der Dreierlinie, auch bei den Freiwürfen waren die Quoten für so ein intensives Spiel okay.

Punkte: Murati 28, Friedrich 15 (+ 7 Assists), Klette 14 (+ 7 Rebounds), Gaidys 11 (+ 6 Rebounds), Linortner 9, Rountree 6, Blazan 4, Mitchell 2;

Güttl 23, Ray 16, Trmal 15, Danek 9, Andjelkovic, Suljanovic 7, Brkic 4.

Alles in allem ein Supererfolg der Swans, aber der Spielverlauf sollte Warnung genug sein, dass diese Serie trotz des nun folgenden Heimvorteils der Swans noch lange nicht entschieden ist. Die Lions waren zweimal ein ebenbürtiger Gegner und der Druck des Siegens wandert nun an den Traunsee.