09.12.2017

Spielbericht Vienna

BC Hallmann Vienna – Basket Swans Gmunden 88:92 (23:21, 49:40, 73:74)

Die Swans müssen auf Mitchell verzichten (Achillessehnenreizung), Vienna spielt komplett. Die erste Überraschung ist der für Wiener Verhältnisse ausgezeichnete Besuch (2 Drittel der Halle voll), wie immer auch einige Dutzend Gmundner.

Wien beginnt stark, legt 4x durch Hubalek und 1x durch Stazic auf 10:6 vor. Die Swans beginnen aber kurzfristig aus der Distanz zu treffen, Gaidys und Friedrich drehen das Spiel auf 12:10. Stazic hat mit seinem ersten Dreier die sofortige Antwort, die Swans treffen in den folgenden Szenen nichts, Wien kann mit Fastbreaks von Detrick und Dowell auf 17:13 ausbauen. Wesby mit einem and-1 zum 17:16 und nach einem Hubalek-Tipp-in Klette zum 19:18 halten die Swans aber in Schlagdistanz. Noch einmal setzt sich Hubalek in Szene, stellt auf 21:18, begeht aber dann knapp hintereinander 1 Offensivfoul und ein Defensivfoul, muss damit mit frühen 3 Fouls auf die Bank. Linortner sorgt nach Offensivrebound für den Anschluss, Klette gleicht mit einem Freiwurf aus, die letzte Offense nutzt aber doch wieder Wien, Detrick holt den Offensivrebound und stellt auf 23:21.

Im zweiten Viertel haben die Swans 3 Minuten totale Ladehemmung, Wien kommt durch Detrick und Stazic auf 33:21 weg. Friedrich kann mit 4 Freiwürfen wenigstens von der Linie den Rückstand wieder reduzieren, Blazan erzielt nach mehr als 4 Minuten nach einer herrlichen Teamoffense den ersten Feldkorb zum 33:27-Anschluss. Aber Stazic baut mit 2 unglaublichen Dreiern wieder auf +12 aus, ehe Murati mit 2 Energieanfällen und Friedrich nach Steal erneut auf -6 verkürzen können. Dowell setzt sich zum 43:35 in Szene und nach einem Offensivfoul von Wesby ist es erneut Stazic, der Vienna auf 45:35 davonziehen lässt. Gaidys kann mit einem and-1 nochmals verkürzen, aber Pierce ist mit einem 4-Meter-Wurf zum 47:38 zur Stelle. Murati wird das zweite Offensivfoul gepfiffen, das ist zugleich sein 3. persönliches, Gratulation zur großartigen schauspielerischen Leistung von Gvozden. Friedrich verkürzt nochmals auf 40:47, aber Stazic setzt mit 2 Freiwürfen den Schlusspunkt. Wieder unterläuft den Swans ein sehr fehlerhaftes zweites Viertel, vor allem defensiv gibt’s extrem viel Luft nach oben.

Nach der Pause kommen die Gmundner alleine schon von der Körpersprache wie verwandelt aus der Kabine: In den ersten 3 Minuten können die Wiener zwar dank sehr guter Trefferquoten den Vorsprung halten, auf Swans-Seite sorgt vor allem Murati für die Akzente. Er ist es auch der nach einem Steal per Dunking auf 50:55 verkürzt und als Wesby einen weiteren Steal verbucht und selbst per Lay-up zum 52:55 abschließt, sind die Gmundner endgültig zurück im Spiel. Klette stellt dann noch auf 54:55, Hubalek unterbricht die Aufholjagd nur kurz, denn Murati kann im nächsten Angriff per Dreier den 57:57 Ausgleich herstellen. Hassan Zadeh wird in der Defense vergessen, trifft einen völlig offenen Dreier zum 60:57, Friedrich kontert zum 60:59. Aber nun trifft auch Dowell einen Dreier zum 63:59, aber Murati stellt mit einem and-1 auf 63:62. Detrick verwirft die nächste Wiener Offense, Murati ist weiter on fire, bringt die Gmundner per Dreier 65:63 in Front. Dann wird Stazic beim Dreier gefoult (ein lächerlicher Pfiff), trifft alle 3 Freiwürfe zum 66:65. Dann erfolgt der nächste Schlag von Lucaciu, er pfeift aus 10 Metern ein Offensivfoul gegen Murati und das, obwohl sein Kollege unmittelbar daneben stand und nichts sah. Murati 4 Fouls, davon 3 Offensivfouls, sehr ungewöhnlich….
Aber die Swans lassen sich auch durch diese Schwächung nicht aus dem Konzept bringen. Linortner sorgt für die erneute Führung, die zwar Hubalek postwendend wieder nach Wien holt, aber Blazan per Dreier sorgt fürs 70:68 für die Swans. Dann auch ein harter Pfiff gegen Detrick (Offensivfoul), Blazan gelingt im Gegenzug das 72:68. Pierce verkürzt per Tipp-Dunk auf 72:70. Klette wird gefoult, trifft beide Freiwürfe zum 74:70. Stazic zieht aber nochmals alle Register, kommt zu einem and-1 und trifft auch den Bonus – nur noch 74:73.

Das letzte Viertel beginnen die Swans natürlich ohne Murati, setzen sich aber nichtsdestotrotz sofort auf 78:73 ab, wobei der Korb von Linortner das Produkt einer Superoffense war. Aber Stazic hält sein Team fast alleine am Leben, trifft auch, obwohl mittlerweile zumeist gedoppelt. Zuerst einen schweren Zweier, dann einen verteidigten Dreier, wieder Ausgleich zum 78:78. Blazan setzt sich erfolgreich durch, stellt auf 80:78, aber Stazic ist weiter unglaublich: Der nächste Dreier folgt zum 81:80, die Swans verwerfen die nächste Offense und die Stazic Festspiele halten an: Mit and-1 stellt er auf 84:80. Trotzdem nimmt Vienna ein Timeout, wahrscheinlich um seinen praktisch durchspielenden Veteranen Stazic und Detrick eine kurze Pause zu gönnen. Das nutzt aber kurioserweise der nun wieder zurückgekehrte Murati, er verkürzt per Dreier auf 83:84. Vienna trifft durch Gvozden erneut nicht, Friedrich dafür vom Highpost zum 85:84. Hassan Zadeh holt die Führung einmal mehr zurück, stellt auf 86:85. Murati und Hubalek stellen auf 88:87. Murati bringt eingangs der Schlussminute wieder die Swans in Front. Die verteidigen jetzt auch extrem aggressiv, daraus resultiert ein Ballverlust der Wiener, Linortner wird beim Fastbreak gefoult und er verwertet staubtrocken beide Freiwürfe zum 91:88. Stazic will’s zwingen, trifft 18 Sekunden vor dem Ende aber den Dreier nicht. Es folgt ein Wiener Timeout, die noch nicht im Foulbonus befindlichen Vienna-Spieler müssen rasch 2 Fouls begehen, das letzte ist erstens das 5. von Hassan Zadeh, zweitens kann Friedrich dann den zweiten Freiwurf zum 92:88 verwerten, ein letzter Notdreier von Pierce versandet.

Lange Zeit schaute es danach aus, als wenn die Wiener Heimserie halten würde. Die Swans fanden defensiv einfach wenig Mittel, um Stazic und zeitweise auch Hubalek einigermaßen unter Kontrolle zu halten, es war aber auch unglaublich, welche verrückten Würfe Stazic da auch gegen Verteidigung traf. Da musste schon eine sehr gute Offenseleistung her (immerhin 58% aus dem Feld, sogar 64% aus dem 2-Punktebereich), eine Steigerung am Rebound (letztlich doch noch 31:27 gewonnen) und wenige Ballverluste (die meisten waren die schon angesprochenen Offensivfouls) ließen dann doch noch den Erfolg einziehen.

Herausragend agierte nach der Pause vor allem Murati, der das Heft voll in die Hand nahm, insgesamt waren Blazan, Friedrich und Linortner aber ebenfalls absolute Aktivposten. Wie überhaupt einmal mehr alle eingesetzten Swans-Spieler gute Aktionen verbuchen konnten, jeder das seine zum Erfolg beitrug. 

Gmunden ist nun am Sonntag spielfrei, ehe es am kommenden Wochenende nach Oberwart geht.