12.01.2020

Spielbericht Vienna

BC Hallmann Vienna – Basket Swans Gmunden 101:106 n.V. (25:30, 56:50, 85:69, 90:90)

Das Spiel verläuft 2 Minuten relativ ausgeglichen, ehe Friedrich mit einem Dreier auf 7:3 stellt. In weiterer Folge spielen die Swans sehr gut auf den offenen Wurf, treffen durch Loveridge und Güttl weitere Dreier, sodass es bald 22:10 steht. Einzig Shoutvin kann die Wiener einigermaßen im Spiel halten. Dann trifft Güttl einen weiteren Dreier zum 25:12, aber plötzlich kommt Sand ins Swans-Getriebe: Man verteidigt schlampig und ohne Intensität und die Wiener treffen nun sehr gut, kommen durch zwei Dreier von Detrick und einem von Hassan-Zadeh auf 25:23 heran. Murati stoppt dann diesen 11:0 Run durch ein and-1 zum 28:23, er ist es auch, der für den Viertelendstand sorgt.

Der zweite Spielabschnitt beginnt mit einem Swans-Fehlwurf vom Dreier, Gvozden und Hassan Zadeh machen es auf der anderen Seite besser, die Wiener führen auf einmal 31:30. Die Swans stabilisieren sich zwar in der Folge wieder, führen auch immer knapp, kommen aber nicht mehr entscheidend weg. Als dann Detrick auf 48:50 verkürzt und die Gmundner offensiv mehrfach schlechte Würfe nehmen, nützt das der BC Vienna für eine furiose Schlussminute, Shoutvin per Dreier, in der nächsten Offense unterm Korb und Detrick per Dreier stellen auf 56:50 für Vienna.

Auch nach der Pause ändert sich an der Spielcharakteristik weiter nichts: Vienna trifft aus allen Lagen, die Swans exekutieren schlecht und verteidigen viel zu wenig effizient. Vienna schließt praktisch jeden Angriff mit einem Dreier ab, führt nach 6 weiteren Distanztreffern nach 27 Minuten bereits 78:55. Jetzt beginnen die Swans endlich dagegenzuhalten, den Anfang macht Friedrich, der mit 3 Dreiern hintereinander auf 64:80 verkürzt. Vienna unterlaufen nun doch einige Turnover, nach einer 24 Sekunden – Übertretung sorgt Güttl mit einem weiteren Dreier dafür, dass die Swans wieder auf 67:80 rankommen. Dann begeht Loveridge ein unglückliches Foul an Detrick, der trifft alle 3 Freiwürfe zum 83:67, sorgt damit wieder für etwas Luft für Vienna.?Bis zum Ende des dritten Viertels haben die Wiener 18 von 27 Dreierversuchen getroffen, das ist eine unglaubliche Quote, die größtenteils offenen Würfe wurden aber auch von der Swans – „Defense“ zugelassen.

In den ersten 2 Minuten des Schlussabschnittes vergeben beide Teams teils gute Chancen, ehe Loveridge endlich scoren kann. Gleich darauf gelingt Neuzugang Barton ein Steal, er vollendet per Lay-up zum 73:85. Die Gmundner verteidigen jetzt endlich konsequent, bei Vienna schwinden langsam die Kräfte. Loveridge versucht es mehrmals ohne Erfolg aus der Distanz, erst Güttl kann auf 75:85 verkürzen. Vienna trifft nun die offenen Dreier nicht mehr, Loveridge versucht sein Glück nun unterm Korb und verkürzt auf 77:85. Das zieht ein Timeout von Vienna nach sich, doch die Swans bleiben vorerst auch weiter drauf: Murati scort zum 79:85. Dann haben die Gmundner noch zweimal die Chance, weiter aufzuholen, ehe Gvozden 5 Minuten vor dem Ende den ersten Vienna-Korb in diesem Viertel erzielt – die Wiener führen wieder 87:79. Aber Gvozden foult sich in der folgenden Aktion aus, allerdings bekommt Loveridge in der nächsten Swans-Offense ein Offensivfoul gepfiffen – wieder nichts. Aber auch Vienna bringt nichts mehr zustande, Murati ist es schließlich, der auf 81:87 verkürzt und nach einem weiteren Turnover von Vienna nimmt deren Coach sein nächstes Timeout. Loveridge wird im nächsten Swans Angriff gefoult, trifft beide Freiwürfe zum 83:87. Die Schlussminute beginnt mit einem Trunover von Detrick, Friedrich verwirft zwar im folgenden Angriff den Dreier, aber Blazan holt den Offensivrebound, stellt auf 85:87. Und gleich darauf stealt Friedrich den Ball, erzielt per Lay-up den Ausgleich. Nächste Offense von Vienna, Shoutvin nimmt einen weiten Dreier – und trifft diesen zum 90:87, das war erst der zweite Feldkorb Viennas in diesem Viertel. Aber auch Loveridge nimmt einen wilden Dreier und trifft 32 Sekunden vor dem Ende zum erneuten Ausgleich. Am Ende haben Detrick (gut verteidigt) und Güttl noch jeweils eine Wurfchance, um das Spiel in der regulären Zeit zu entscheiden, scheitern jedoch, daher Overtime.

Die beginnt mit jeweils einem Fehlwurf, ehe Shoutvin zum 92:90 scort. Aber Blazan stellt postwendend inside auf 92:92, er ist es auch, der nach guter Reboundarbeit die Swans erstmals wieder in Front wirft – 94:92. Detrick ist noch immer „on fire“, trifft einen weiten Dreier zum 94:95. Aber auch Murati scort nun von außerhalb der Dreierlinie zum 97:95. Dann haben die Swans nach Vienna-Fehlern zweimal die Chance, die Führung auszubauen, scheitern aber, auch weil die Wurfauswahl nicht gut ist. Detrick wird gefoult, trifft aber nur den zweiten Freiwurf zum 97:96 Anschluss. Friedrich kann im Gegenzug nicht scoren, Vienna hat in Shoutvin einfach eine unglaubliche Waffe, der bringt sein Team per Dreier wieder 99:97 in Front. Murati gleicht sofort wieder aus, im folgenden Angriff wird Detrick sehr gut verteidigt, verwirft. Blazan wird gefoult, ist an der Linie eiskalt und trifft zum 101:99. Auch der nächste Vienna Angriff wird gestoppt, wieder ist es Blazan, der per Fastbreak auf 103:99 erhöht und damit zum Mann dieser Overtime avanciert. Detrick scheitert erneut, die Refs pfeifen neben einem Foul an Murati auch noch ein technisches Foul gegen Vienna, Murati trifft alle 3 Freiwürfe zum 106:99. Der letzte Korb von Shoutvin ist nur noch Ergebniskorrektur.

Fazit:
Es ging am Anfang vielleicht einfach zu leicht. Als dann die erste Wechselphase kam, wurde das Swans-Offensivspiel zusehends fehlerhaft, es fehlte auch das in den letzten Wochen so hervorragende Teamplay. Vienna wiederum spielte frischfröhlich drauf los und traf 3 Viertel wie in Trance, insgesamt 21 von 37 Dreiern. Das lag freilich auch an einer völlig lethargischen Defense der Gmundner und nach 27 Minuten hätte wohl niemand mehr einen Cent auf die Swans gesetzt. Aber wie sie sich dann sukzessive wieder herankämpften, das war schon aller Ehren wert, zeigte einmal mehr den tollen Charakter dieser Mannschaft. Letztlich ein glücklicher Overtime-Sieg, der aber aufgrund der Aufholjagd hochverdient war.

Punkte: Murati 25/10 Rebounds, Loveridge 22/5 Rebounds, Blazan 20/8 Rebounds, Güttl 17/5 Rebounds, Friedrich 16/4 Rebounds/4 Assists, Barton 2, Schartmüller 2, Woods 2.

Für Vienna: Shoutvin 41 (traf 6 von 6 vom Dreier), Detrick 24, Radakovics 12, Hassan Zadeh 11, Gvozden 10, Zdravkovic 3.