Vereinsgeschichte von 1965 bis 2010

Gestern – Heute – Morgen

Der Stellenwert des Basketballsports in Gmunden ist in vielerlei Hinsicht beispiellos. Der vorbildliche Status der Jugendarbeit, das Publikum, die neu ausgebaute Halle und nicht zuletzt die vielen Erfolge sind jene Dinge, auf die man in Gmunden besonders stolz ist.

Die jüngere Vergangenheit glich richtiggehend einer Titeljagd: Der Verein wurde viermal Meister (2005-2007 und 2010), holte sechs Cuptitel (2003, 2004, 2008, 2010, 2011, 2012) und gewann siebenmal den Supercup (2004-2008, 2010 und 2011). Im Europacup waren die Höhepunkte – neben anderen Achtungserfolgen – das Erreichen des ULEB CUP-1/16-Finales in der Saison 2007/08 sowie das Unentschieden gegen Roter Stern Belgrad am 4. November 2008. Diese Leistungen wurden international bestaunt und krönten die nationale Dominanz der Allianz Swans.

International sorgte auch die ehrenamtliche Mitarbeiterstruktur des Vereins für Staunen, die auf diesem Niveau und in diesem Ausmaß außergewöhnlich ist. Ihre Anfänge liegen Jahrzehnte zurück und sie erfuhr in den frühen 1990er Jahre einen großen Aufschwung, also zu jener Zeit, in der Clarence Swearengen und Daryl Battles den Basketballsport in Gmunden populär machten.

Die Traunseestadt als Basketballhochburg, wie sie heute bekannt ist, ist keine Selbstverständlichkeit, also nichts, was auf dem Reißbrett planbar wäre. Gmunden ist vielmehr ein „gewachsener Verein“, hinter dessen Tradition und Entwicklung sehr viel Engagement, die Liebe zum Sport, aber vor allem auch der Spaß und die Freude an der Gemeinschaft stehen. Innovatives Handeln, Fairness und soziale Verantwortung sind solchermaßen die besonderen Werte, die den Verein über Jahrzehnte hinweg groß gemacht haben.

Die Anekdoten rund um das geschäftige Treiben in Gmundens Basketballverein erzählen am besten jene, die seine Tradition über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt haben und teils noch im Verein tätig sind. Ungeachtet der delikaten Details am Rande und den vielen lustigen Kuriositäten wurden nachstehend die zentralen Entwicklungsschritte des Vereins skizziert und die historischen Meilensteine der Vereinsgeschichte aufgelistet:

 

Die ersten Jahre…

 Ausgangspunkt der Geschichte unseres Vereins ist das Jahr 1965: Die Sektion Basketball der Sportunion Gmunden wird gegründet. Obmann ist Erich Wolfsgruber, Sektionsleiter Jörg Zulehner. Der Sport wird zu dieser Zeit noch in einem sehr bescheidenen Rahmen ausgeübt. Das Training findet im Turnsaal der Stadthauptschule statt, einmal pro Woche. Franz Schimpl erinnert sich noch an die ersten Trainings in der Habertstraße: „Die Halle war wahrlich nicht das Gelbe vom Ei. Sie war viel zu klein und bot kaum Auslauf. Auch die Duschgelegenheiten waren selten betriebsbereit.“

 

Im Frühjahr 1966 bestreitet Gmunden dann auswärts das erste Freundschaftsspiel gegen die Union Vorchdorf und verliert dieses glatt mit 11:35. Vorchdorf hatte zu dieser Zeit für Gmunden noch eine Art Vorbildfunktion und war im Übrigen der erste Basketballverein im Bezirk. Amerikanische Besatzungssoldaten hatten den Basketballsport dort bekannt gemacht, noch bevor der Oberösterreichische Basketballverband im Jahr 1956 gegründet wurde.

Die Heimspiele der Union Gmunden werden alsbald im größeren Turnsaal der Hauptschule Traundorf ausgetragen und im Herbst 1966 steht für den Verein endlich das erste Ligaspiel in der oberösterreichischen Landesklasse auf dem Programm. Wieder heißt der Gegner Vorchdorf und Gmunden verliert mit 19:39 erneut erwartungsgemäß deutlich. Für die Ewigkeit – die „Starting Five“ dieses Spiels:

  • Jörg Zulehner
  • Axel Wojacek
  • Harald Gstöttinger
  • Kurt Neumann
  • Franz Unterholzner

 

Die Siebziger…

Neben dem Spaß standen seit den Anfängen auch die Ernsthaftigkeit und der Wettbewerbsgedanke im Vordergrund und was derart im Kleinen begann, fing am Traunsee allmählich an, festen Fuß zu faen.

Um 1970 werden die ersten intensiven Fortbildungskurse besucht. Da das Angebot zur Weiterbildung von Seiten des Verbandes damals noch relativ bescheiden ist, setzt man auch bei der Entwicklung der Trainingsmethoden und der Spielweise verstärkt auf Eigeninitiative und orientiert sich an verschiedenen nationalen Vorbildern. Förderlich ist zudem, dass viele der Spieler, die im Laufe des Jahrzehnts zum Verein stoßen, einen starken Bezug zum Wiener Basketball haben, da sie in Wien entweder studiert haben oder von dort aus beruflichen oder privaten Gründen an den Traunsee gelangt sind. Hugo Schaller und Michael Lowatschek, um zwei der ersten zu nennen, oder später auch Günther Pawelka und Manfred Wieser werten einerseits die Kaderstärke enorm auf, bringen anderseits aber auch stetig neue Ideen und Erfahrungswerte in das Training ein. Eine weitere Säule der sportlichen Weiterentwicklung der Mannschaft ist das Studium moderner Basketball-Lehrbücher, das von Otto Kienesberger anfangs am intensivsten betrieben wird. Aus den USA werden so zum Beispiel Bücher wie John R. Woodens Practical Modern Basketball bestellt, weshalb Gmunden mit Recht behaupten kann, einige der heute gängigen Spielzüge in Österreich als erstes eingeführt zu haben. Die leidenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Sport sollte in den Siebzigern jedenfalls nach und nach mehr Früchte tragen.

Der erste wichtige Erfolg in der Geschichte der Gmundner Herrenmannschaft ist der Aufstieg in die Landesliga im Jahr 1970. Obwohl das Niveau in der höchsten Spielklasse Oberösterreichs bereits deutlich anspruchsvoller ist, wird in dieser Liga auf Anhieb der zweite Platz erreicht. Im Jahr 1971 formt sich auch ein Damenteam und der Verein melde die ersten drei Nachwuchsteams, und zwar eine Juniorenmannschaft sowie eine männliche und eine weibliche Jugend.

Im Jahr 1972 gelingt den Herren in einer Spielgemeinschaft mit dem UBBC Salzburg zum ersten Mal derAufstieg in die 2. Bundesliga. Fungierte in den Jahren zuvor Sektionsleiter Zulehner als Spielertrainer, coacht von nun an Bernd Wimmer die Mannschaft. Ohne Salzburg schafft Gmunden in dieser starken Liga auf Anhieb den fünften Rang. Die nächste Saison beendet man dann bereits sensationell auf Platz zwei. 
Im Herbst 1974 wird Michael Lowatschek Spielertrainer; „Tschagl“, wie Lowatschek gerne genannt wurde, stand seit 1972 im Kader von Gmunden und war als Spieler von Wien via Salzburg an den Traunsee gekommen. Ihm folgt im Jahr 1975 Robert Schönauer für eine Saison als Trainer nach.


Unter Trainer Otto Kienesberger wird im Jahr 1977 der erste Aufstieg in die Bundesliga A fixiert. An der Seite von einigen anderen sehr guten Spielern sind Herbert Watzke und Gerhard Henter die herausragenden Akteure dieser Mannschaft und schaffen auch als erste Gmundner Eigenbauspieler den Sprung ins Nationalteam. Als Union Hochlecken-Schilifte und einziges Team ohne Legionär(e) geht es im nächsten Jahr zwar wieder eine Stufe zurück, Gmunden ist aber bereits von der Faszination Erste Liga erfasst.

Im Jahr 1978 wird Günther Staude neuer Obmann. Jörg Zulehner wird sein Stellvertreter und bleibt Sektionsleiter für Basketball. Bernd Wimmer, der zwischenzeitlich Wels trainiert hat, übernimmt nach knapp vier Jahren wieder das Amt des Trainers in Gmunden. Ein besonders wichtiges Datum ist der 5. Mai dieses Jahres. Im Beisein von Bundespräsident Kirchschläger wird die Gmundner Bezirkssporthalle eröffnet und ist von nun an die neue Heimstätte der Herrenmannschaft.

 

…Wiederaufstieg in den Achtzigern…

In der Saison 1980/81 entschließt sich die Vereinsführung den Wiederaufstieg mit den ersten Legionären in Angriff zu nehmen. Dem ersten US-Boy Dave Hintzsche folgen Carl Crain, Jeff Johnson und Craig Nance. Mit den beiden letztgenannten erreicht die Mannschaft in der B-Liga-Saison 1981/82 den zweiten Rang und kehrt damit wieder ins Oberhaus zurück. Trainiert wurde die Mannschaft in den zwei Saisonen von 1980 bis 1982 erneut von Michael Lowatschek, der seine aktive Laufbahn als Bundesligaspieler schon beendet hatte.

1982 – mit Witold Zagórski kommt ein international renommierter Basketballfachmann an den Traunsee. Der Kontakt zu Herrn Zagórski wurde von Jörg Zulehner hergestellt. Die beiden kannten sich, da Zagórski in Wien lebte und für den österreichischen Verband arbeitete. Intensiver wurde dieser Kontakt schließlich, als die beiden gemeinsam mit dem Junioren-Nationalteam, Zagórski als Trainer und Zulehner als Betreuer, zu einem EM-Qualifikationsturnier nach Rimini reisten. 
„Zago“, wie der gebürtige Pole im Verein liebevoll genannt wird, übernimmt in Gmunden zuerst die Bundesligamannschaft und bringt sich später mit seinem Wissen als Trainer verstärkt im Nachwuchsbereich und bei der Damenmannschaft ein. Der im Jahr 1930 in Warschau geborene Familienvater wird dem Verein noch bis ins hohe Alter helfend zur Seite stehen.

1984 – Zulehner legt nach fast 20 Jahren sein Amt zurück. Sein Nachfolger wird der ehemalige Stadtrat Rudolf Huemer. Zulehner beschäftigt sich fortan mit der Ausrichtung der Junioren-EM in Gmunden und Vöcklabruck. Zur Vorbereitung auf diese Veranstaltung organisiert er anlässlich des Jubiläums „30 Jahre Österreichischer Staatsvertrag“ ein großes internationales Vorbereitungsturnier mit sechs Teilnehmerländern. Ihm zur Seite stehen Sektionsleiter Rudolf Huemer als Finanzchef, Günther Staude als Generalsekretär und Hugo Schaller als Organisationschef.

In der Saison 1985/86 stößt eine der schillerndsten Legionärspersönlichkeiten zum Verein: Jimmy Blake. Im Jahr 1986 ist es endlich soweit. Die Junioren-Europameisterschaft ist nicht nur für die beiden Lokalmatadore Peter Mayerl und Peter Pichler ein Highlight, auch angehende NBA-Stars wie Toni Kuko?, Vlade Divac oder Dino Radja nehmen an diesem Turnier teil. In dieser Zeit formiert sich in Gmunden ein Großteil der heutigen Funktionäre. Harald Stelzer wird wenig später Sektionsleiter für Basketball.

 

Die frühen 1990er…

1991 – die Volksbank Gmunden ist neuer Hauptsponsor. Altmünsters Bürgermeister Josef Treml wird Sektionsleiter.

In der Saison 1991/92 fighten sich die Swans – wie die Mannschaft jetzt heißt – unter Trainer Peter Wolf nach achtjähriger Absenz wieder in die A-Liga zurück. Das kongeniale Duo Clarence Swearengen und Daryl Battles, das maßgeblichen Anteil am Wiederaufstieg hatte, ist Vielen noch in Erinnerung. In dieser Zeit verzeichnete der Verein – auch durch das positive Auftreten und die Leistung der beiden Legionäre – einen signifikanten Anstieg der Zuschauerzahlen, der sich bis heute noch sukzessiv steigern sollte. Das „Basketballfieber“ war in Gmunden nun endgültig ausgebrochen.

Im Jahr 1993 gelingt als Aufsteiger sensationell Platz 3. Unvergessen bleibt das Spitzenspiel in der Bezirkssporthalle gegen die damals in Österreich dominierenden Flyers aus Wien, vor einer Kulisse von rund 2000 Zusehern. Gemeinsam mit Spielern wie Peter Pichler, Arthur Kogler und Eugen Würz sowie den zwei Legionären Aaron Mitchell und John Griffin trägt auch das Welser Urgestein Karlheinz Schenk, der vor dem Ende seiner Laufbahn noch nach Gmunden gelotst wurde, wesentlich zu diesem Erfolg bei.

Im Jahr 1994 endet die erste Europacupteilnahme (Korac Cup) der Swans mit dem Ausscheiden gegen den belgischen Club Bobcat Gent. Zudem nimmt Gmunden erstmals an der Superliga teil, in der neben den österreichischen Top-Vereinen auch Mannschaften aus umliegenden Nachbarländern mitspielen. In der heimischen Meisterschaft erreicht das Team in diesem Jahr den vierten Platz. Eine Neuerung gibt es an der Vereinsspitze: Heinz Köppl wird Obmann des Gesamtvereins, Treml bleibt Sektionschef. 
Auf die jüngsten Erfolge folgt auf sportlicher Ebene in der Saison 1994/95 das böse Erwachen: Als Spitzenklub stürzt die Mannschaft ins Bodenlose und steigt völlig überraschend in die zweite Liga ab.

 

Die Swans und das Viertelfinale..

Im Jahr 1997 profitieren die Schwäne vom Freiwerden eines A-Liga-Platzes und steigen unter Trainer Dana Beszczynski wieder in die oberste Spielklasse auf.

Im Jahr darauf – dem ersten unter Bill Paterno – qualifiziert sich Gmunden dann über das Mittlere Play Off erstmals fürs Viertelfinale und scheitert dort an Oberwart. Im nächsten Jahr ist erneut in der Runde der letzten Acht Schluss. Gegen den späteren Meister St. Pölten können die Swans aber dieses Mal zumindest einen Sieg einfahren.

Im Herbst 1999 stößt De’Teri Jabbar Mayes, genannt „DT“, zum Verein. Es ist dies das erste Trainerjahr unter Dietmar Söllner. Die Mannschaft belegt nach dem Grunddurchgang Rang acht und qualifiziert sich anschließend mit sechs Siegen und zwei Niederlagen erneut über das Mittlere Play Off für das Viertelfinale. In der Best-of-five-Serie scheitert man dort nach hartem Kampf mit 2:3 an Oberwart.

2000/01 verläuft ähnlich wie die Vorsaison. Nur diesmal heißt der Gegner im Viertelfinale Traiskirchen. Ein Achtungserfolg gelingt den Schwänen im Cupbewerb, in dem Gmunden erstmals – wie könnte es anders sein – das Viertelfinale erreicht. Doch gegen Ende der Saison zeichnen sich finanzielle Turbulenzen ab.

Mit dem finanziellen Debakel des Hauptsponsors schlittern auch die Swans in große Schwierigkeiten. Es droht sogar der totale Kollaps. Der Stammverein Sportunion Gmunden sieht sich nicht mehr in der Lage, die Sektion Basketball weiterzuführen. Obmann Köppl beauftragt daher Günther Staude einen eigenständigen Verein zu gründen, was im Sommer 2002 auch passiert. Unter der Führung von Präsidentin Christl Hinterwirth wird mit den bewährten Funktionären aus der Sektion das neue Spieljahr begonnen.

Zum Sportlichen in der Saison 2001/02: Gerade zum Abschluss seiner Trainertätigkeit in Gmunden hat „Dietz“, wie Coach Söllner mit Spitznamen heißt, den größten Erfolg und führt das Team bis ins Cup-Semifinale. Auch in der Meisterschaft überwinden die Swans das Viertelfinale und schaffen es bis in die Vorschlussrunde, in der man am späteren Meister aus Kapfenberg scheitert.

Bob Gonnen und die Zeit der Auszeichnungen und Serientitel


Im Herbst 2002 übernimmt Robert „Bob“ Gonnen das Zepter. Unter seiner Führung avancieren die Swans zur Erfolgsmannschaft. Von vierzig Saisonspielen verliert die Mannschaft in dieser Saison nur elf. Gmunden wird zum ersten Mal Cupsieger und verdienter Vizemeister. Der neue Coach erhält auf Anhieb die Auszeichnung zum Trainer der Saison 2002/03 und De’Teri Mayes wird zum MVP gewählt! Gemeinsam mit Gonnen, Mayes und einer Reihe junger Eigenbauspieler sind Zacharias „Zac“ Bennett und Jeff Parris die Protagonisten dieser glorreichen Mannschaft.

Im September 2003 übergibt Obmann Günther Staude den Verein ohne Schulden an Rudolf Steiner, der fortan den Verein gemeinsam mit Präsidentin Hinterwirth und Manager Stelzer führen wird. Abseits der vielen Erfolgsmeldungen gibt es im Jahr 2003 aber auch weniger Erfreuliches zu berichten – die Basketballgemeinde trauert um Jörg Zulehner, der am 25. April stirbt. Seine Verdienste um den Verein können aus heutiger Sicht nicht hoch genug eingeschätzt werden. Von der Gründung des Vereins über die Errichtung des ersten Gmundner Basketball-Freiplatzes in der Seilergasse und einem legendären Spielsystem namens „Zulu“ bis hin zur Ausrichtung der Junioren-EM 1986 und weiter hat er den Basketballsport in Gmunden über Jahrzehnte hinweg geprägt.

Im Jahr 2004 erkämpfen die Schwäne erneut den Cuptitel und werden abermals Vizemeister. De‘Teri Mayes wird als der herausragende Spieler der Saison zum zweiten Mal zum MVP gewählt. Später krönt die Mannschaft ihre tolle Leistung mit dem Gewinn des Supercups.

 
Zum Saisonende der Spielzeit 2004/05 schwappt die Basketballbegeisterung in Gmunden in Euphorie über. Die Basketswans sind erstmals Staatsmeister. Bob Gonnen wird zum zweiten Mal zum Coach des Jahres gewählt. Mit ihm und der Mannschaft liegt ganz Gmunden im Freudentaumel!

Mit der ALLIANZ bekommen die Swans im Sommer 2005 einen neuen starken Partner als Sponsor. Im September übergibt Hugo Schaller nach einer erfolgreichen Saison und mit positivem Kassenstand die Agenden des Kassiers an Josef Katzenhofer. Schaller – seit 1972 Mitglied – hatte sowohl unter Zulehner als auch unter Stelzer die verschiedensten Funktionen im Verein bekleidet und maßgeblichen Anteil an der Erfolgsgeschichte des Basketballsports in Gmunden. Im Oktober 2005 gewinnt Gmunden ein zweites Mal den Supercup.

Im Jahr 2006 verteidigen die Swans sowohl den Meister- als auch den Supercuptitel und bestätigen damit ihre Vormachtstellung im heimischen Basketball. Mayes wird zum dritten Mal zum MVP erkoren und Kapitän Peter Hütter zum MVP der Finalserie gekürt. Erfolglos bleibt die Mannschaft hingegen im Europacup: Mit sechs Niederlagen scheidet sie in der ersten Gruppenphase des FIBA EuroCups sieglos aus.

Im Jahr darauf wird Gmunden zum dritten Mal hintereinander Meister und gewinnt abermals denSupercup. Gonnen ist zum dritten Mal der Coach des Jahres, Mayes erneut MVP sowie auch MVP der Finalserie.

In der Saison 2007/08 machen die Schwäne endlich auch international auf sich aufmerksam: Die Mannschaft erreicht das ULEB Cup 1/16-Finale und trifft dort auf den späteren Sieger des Bewerbs Joventut de Badalona. Für die Spieler ist dieses Aufeinandertreffen das Karriere-Highlight schlechthin, denn in den Reihen der Katalanen stehen neben anderen namhaften Spielern Stars wie Rudy Fernandez, Ricky Rubio, Demond Mallet oder Jan-Hendrik Jagla. Neben vier nationalen Meistertiteln, acht Cupsiegen und vielen Pokalen anderer europäischer Cup-Bewerbe, die bei Badalona im Trophäenschrank stehen, konnte der spanische Traditionsklub im Jahr 1994 auch die Euroleague gewinnen. Nach dem ersten Meistertitel von Gmunden ist das Aufeinandertreffen mit diesem Spitzenclub einer der absoluten Höhepunkte der Vereinsgeschichte. „DT“ muss in den beiden Spielen verletzungsbedingt passen und auch wenn Gmunden in diesem Duell weitgehend chancenlos ist, kann sich die Bilanz am Ende dieser Europacup-Saison mit fünf Siegen – darunter der erste Sieg in einem Europacupspiel überhaupt – durchaus sehen lassen. Auf nationaler Ebene muss sich der Verein mit Platz drei begnügen, dennoch besteht Grund zur Freude: Gmunden holt in der Spielzeit 2007/08 zum dritten Mal die Cuptrophäe und gewinnt zum fünften Mal in Folge den Supercup
Beim All Star Day gibt’s ebenfalls Anlass zum Feiern: Rashard Sullivan wird nach Jeff Parris im Jahr 2003 als zweiter Swan Slam-Dunk-Champion. Der US-Amerikaner verfügt über eine enorme Sprungkraft und ist neben seinem Landsmann Justin Wimmer, der in der Saison 1995/96 bei den Schwänen unter Vertrag stand, der wohl spektakulärste Basketballer, der je im Dress von Gmunden gespielt hat.

Im Sommer 2008 wird die vormals offiziell 1750 Zuschauer fassende Bezirkssporthalle auf ein Fassungsvermögen von 2500 ausgebaut. Obmann Steiner erklärt das Füllen dieser Halle zu einer der zentralen Herausforderungen der Zukunft des Vereins.

In der Saison 2008/09 macht Gmunden den nächsten Schritt, sich auf internationaler Ebene zu etablieren: Im Hinspiel der letzten Qualifikationsrunde für den EuroCup bringen die Schwäne mit Roter Stern Belgrad eine europäische Spitzenmannschaft an den Rand einer Niederlage und erreichen vor einer beeindruckenden Kulisse in der Volksbank-Arena sensationell ein 82:82-Unentschieden. Dieses Ergebnis gegen die Serben, die von niemand geringerem als der Trainerlegende Svetislav Peši? gecoacht werden, ist der sportlich am höchsten einzuschätzende Erfolg in einem Europapokalspiel, wenngleich das Rückspiel in Belgrad das Ausscheiden aus dem Bewerb bedeutet. In der EuroChallenge agiert die Mannschaft dann weitgehend kraft- und glücklos und verabschiedet sich von der internationalen Bühne mit sechs Niederlagen en suite.
Vor dem Abschied von Bob Gonnen im Juli 2009 erlebt die Basketballwelt in Österreich noch ein Meisterschaftsfinale der Superlative: Die Allianz Swans treffen im Titelkampf auf ihren Erzrivalen, den WBC Wels. Gmunden – das die Liga dominierte – gewinnt das erste Spiel zu Hause souverän, muss sich allerdings im zweiten Heimspiel geschlagen geben. Letztlich setzen sich die Welser in der Serie knapp und verdient mit 3:1 durch. Neben dem Niveau und der Spannung der Spiele waren die Duelle von der einzigartigen Stimmung in den Hallen geprägt. Alle Beteiligten – Spieler wie Funktionäre – sprachen einhellig von einer noch nie da gewesenen Atmosphäre in der österreichischen Bundesliga. Robert Gonnen erhält zum Abschluss seiner siebenjährigen Trainertätigkeit in Gmunden ein viertes Mal die Auszeichnung als Trainer des Jahres.

 

Die Zeit nach Gonnen – ein Abflug in unbekannte Höhen?

Das Interessante an der Zeit unmittelbar nach Gonnen ist, dass der Stamm der Mannschaft im Wesentlichen derselbe ist wie der beim Amtsantritt des Trainers. Drei Spieler der Starting-Five sind im Vergleich zu früher noch ident. Peter Hütter und De’Teri Mayes starten auf den Außenpositionen, Matthias Mayer unter dem Korb. Außerdem noch im Kader stehen All Star Florian Schöninger und der MVP des Rookie All-Star-Games 2003 Thomas Stelzer, die wie Hütter, Mayer und Mayes auch über viel Länderspielerfahrung verfügen. Ebenfalls mit dabei waren und sind Kristijan Splajt (Rookie All-Star 2003) und Johannes Kienesberger. Der Altersschnitt dieses siebenköpfigen Mannschaftskerns beträgt zum Saisonstart 2009/10 noch zukunftsträchtige 28,4 Jahre, weshalb der Verein die „glorreichen Sieben“ noch beisammen halten möchte. 
Zu den verdienten Stammkräften gesellen sich einerseits fünf Talente hinzu, darunter die U20-Nationalspieler Michael „Mucki“ Janisch und Roman Moschny sowie der Serbe Enis Murati, und andererseits spielen drei gestandene Legionäre am Traunsee. Einer dieser Legionäre ist Ian Boylan, der mit Gmunden bereits Meister (2007) und Cupsieger (2008) wurde und zwischenzeitlich beim polnischen Erstligisten Anwil W?oc?awek unter Vertrag stand.

Das Erfolgsrezept, eine Mannschaft zusammenzustellen, die im Kern und in der Breite aus starken Eigenbauspielern besteht und durch einige Legionäre verstärkt wird, ist also weitgehend erhalten geblieben, nur der Trainer ist jetzt ein anderer – nämlich Mathias Fischer. Der neue Mann an der Seitenlinie ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger kein US-Amerikaner mit israelischem Pass, sondern ein Deutscher mit polnischen Wurzeln, und deutlich jünger. So wie Gonnen ist aber auch Fischer als ein besonderer Verfechter der Defense bekannt. In Gmunden bekommt er nun die Gelegenheit, seine Vorstellungen als Coach umzusetzen, wofür eine starke und erfahrene Mannschaft sowie ein flexibles, gut strukturiertes Umfeld die nötige Basis schaffen.

Gmunden möchte den anderen Teams an der Tabellenspitze, bei denen teils drei bis vier Legionäre mehr im Kader stehen, weiterhin die Stirn bieten. Diese Rechnung sollte aufgehen.

 

Time to Suprise – Time for the Double!

Im Jänner 2010 holen die Allianz Swans zum vierten Mal den Cuptitel und sind damit alleiniger Rekordgewinner des Cup-Bewerbs. De‘Teri Mayes beweist dabei wieder seine Extraklasse und wird Cup-MVP. Wer jedoch glaubt, Gmunden hat in dieser ersten Saison unter Neo-Coach Fischer schon alles erreicht, der irrt.

In der Meisterschaft belegen die Schwäne nach der Hauptrunde Platz zwei und starten hinter Fürstenfeld in die Play-offs. Nach einem „Sweep“ – das heißt ohne Niederlage – im Viertelfinale gegen St. Pölten trifft Gmunden im Halbfinale auf die Kapfenberg Bulls. Auch in dieser Serie bleiben die Swans unbesiegt. In Spiel eins, einem wahren „Unspiel“, in dem Kapfenberg von der ersten bis zur letzten Sekunde nur darauf aus ist, das Spiel zu verlangsamen und destruktiv zu spielen, lassen die Gmundner lediglich 36 Punkte zu, eine Rekordmarke in Play-off-Spielen in Österreich. 
Im Finale trifft Gmunden schließlich auf die Fürstenfeld Panthers, den großen Favoriten auf die Meisterschaft. Fürstenfeld dominierte den Grunddurchgang und hat zehn hochkarätige Legionäre im Kader. Dieses Finale ist somit nicht nur ein Wiedersehen mit Ex-Coach Bob Gonnen, sondern es prallen darin auch zwei konträre Vereinsphilosophien aufeinander, was auch daran zu erkennen ist, dass Gmunden nur einen Legionär mehr am Spielbericht stehen hat, als bei Fürstenfeld Legionäre auf der Tribüne sitzen.
Das steirische Legionärsensemble rund um Kapitän und Ex-NBA-Spieler Desmond Penigar (ehemals Orlando Magic) besteht überwiegend aus arrivierten Ligagrößen wie Jasmon Youngblood, Shawn Ray, Shelton Colwell oder Anthony Shavies. Dem entgegenzusetzen haben die Swans mit Mayes und Boylan den besten Scorer und den besten Assistgeber der laufenden Meisterschaft. Dennoch traut den Schwänen vor dieser Finalserie kaum jemand etwas zu. Das Saisonziel erreicht und den Cup-Titel in der Tasche erachtet die Vereinsspitze die bevorstehenden Finalspiele als Draufgabe: Schon zu Saisonbeginn hatten die Wenigsten mit einem Finaleinzug von Gmunden gerechnet. Außerdem plagen das Team jetzt Verletzungssorgen: Peter Hütter ist schwer angeschlagen und musste schon die letzten vier Spiele vor der Finalserie gegen Fürstenfeld aussetzen. Der Kapitän kann in den Finalspielen insgesamt nur ein paar Minuten eingesetzt werden.

Gmunden unterliegt im ersten Spiel in der Steiermark dem Gastgeber knapp mit 79:80. Durch die exzellente Wurfausbeute der Fürstenfelder ist diese knappe Niederlage umso bemerkenswerter. Mathias Fischer ist erfreut, dass seine Mannschaft derart mithalten konnte: „Diese Mannschaft hat es verdient, ein enges Spiel zu spielen, wir haben wunderbar gekämpft“, sagt der Trainer unmittelbar nach dem Spiel.
85:70 lautet der Endstand des zweiten Spiels, allerdings nicht für Fürstenfeld, sondern für Gmunden. Die Schwäne erkämpfen sich dadurch den Heimvorteil in der Serie, verlieren dabei aber auch durch die Verletzung von Thomas Stelzer ihren zweiten etatmäßigen Point Guard. Die Zuversicht am Traunsee hält sich deshalb weiterhin in Grenzen. 
Nach nur einem Tag Pause demonstriert Fürstenfeld, das phasenweise ungemein stark verteidigt, einmal mehr seine Stärke und gewinnt das erste Spiel in der Volksbank-Arena mit 68:65. Der Heimvorteil ist damit wieder futsch und Fürstenfeld hat den ersten „Matchball“.
Die alte Rangordnung wieder hergestellt steht Gmunden im definitiv letzten Heimspiel dieser Saison sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand. Vom Publikum frenetisch angefeuert kämpfen sich die Schwäne in dieser Finalserie jedoch noch einmal zurück und gewinnen mit 82:79. Unter stehenden Ovationen bejubeln die Fans in der Volksbank-Arena zwei wichtige Auszeichnungen: „DT“ wird zum fünften Mal in seiner Karriere zum MVP gewählt, Mathias Fischer zum ersten Mal zum Coach des Jahres. Diese beiden Titel sind der krönende Abschluss eine erfolgreiche Heimsaison. Für die treuen Fans gibt’s jetzt nur noch ein Motto: „Auf nach Fürstenfeld!“


Vor hunderten mitgereisten Fans macht Gmunden die Überraschung perfekt. Die Allianz Swans sind zum vierten Ma
Meister und feiern zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Double. „DT“ Mayes wird zum MVP der Finalserie gekürt; für seine Verdienste in Gmunden gibt es ohnehin keinen Vergleich. Daneben waren Boylan, der mit starken Schmerzen spielenden Dan Oppland sowie „Didi“ Mayer und Florian Schöninger die Garanten für diesen historischen Erfolg, Mayer durch seine enorme Präsenz auf dem Spielfeld und weil er einmal mehr „der Turm in der Schlacht“ war, Schöninger vor allem deshalb, weil auf ihm beim Ballvortrag ungewohnt viel Verantwortung lastete: Scheinbar beflügelt von dieser Rolle brillierte er mit einer exzellenten Wurfleistung und machte in den entscheidenden Phasen immer wieder wichtige Punkte. Vor allem aber war es eine hervorragende Teamleistung, bei der am Ende alles zusammenpasste. Als faire Verlierer erwiesen sich die Fürstenfeld Panthers, und Bob Gonnen gratulierte seinen ehemaligen Schützlingen recht herzlich.

Titel-Hattrick 2010!

Nach dem „Clash of philosophies“ – wie von der Finalserie zwischen Fürstenfeld und Gmunden im Vorfeld die Rede war – sind sich die Verantwortlichen im Verein vor der Saison 2010/11 einig: Eine Saison wie die vorherige, in der für Gmunden so viel zusammenpasste, wird es wahrscheinlich nie wieder geben und ob der wirtschaftlich schwierigen Zeit ist klar, dass für die Weiterentwicklung der Bundesligamannschaft und die des Nachwuchsbereichs eine solide Vereinsarbeit und innovative Strategien wichtiger sind denn je.
Die Hausaufgaben für die bevorstehende Saison wurden jedenfalls gemacht: Center Dan Oppland unterschrieb wenige Stunden vor dem Gewinn der Meisterschaft einen neuen Vertrag für zwei Jahre. Die langjährigen Stammkräfte Hütter, Mayer, Mayes & Co. bleiben dem Verein ebenso treu wie das Hirn der Mannschaft, Ian Boylan, der seinen Vertrag verlängerte. Von der neun Mann starken Rotation des Vorjahrs scheidet lediglich Vilius Gabsy aus dem Kader aus. Die Spielzeit der litauischen Wurfmaschine soll auf die jungen Inside-Spieler im Kader aufgeteilt werden, dazu zählt mit Jozo Rados (AUT, 2,05 m) ein 17-jähriger Neuzugang.

Im September gewinnt Gmunden gegen eine völlig neu aufgestellte Fürstenfelder Mannschaft den sechsten Supercup und somit den dritten Titel im Jahr 2010.

Eine frühzeitige Verletzung von Matthias Mayer macht die Verpflichtung von Anthony Slack, einem sprunggewaltigen US-Amerikaner nötig. Die Aktion „Slack-Stone“ wird ins Leben gerufen. Erstmals in der Vereinsgeschichte und wohl einzigartig im österreichischen Basketball können die Fans die Verpflichtung eines zusätzlichen Legionärs mitfinanzieren.

Anfang Februar 2011 gewinnen die Swans zum 5. Mal den österreichischen Cup. Der vierte Titel in Folge für Neo-Headcoach Mathias Fischer, von Harald Stelzer zum „Swans Slam“ ausgerufen, ist Teil österreichischer Basketballgeschichte.

 

Die (Erfolgs)Geschichte der Swans geht weiter. Wir werden sie für Sie aufschreiben! Fortsetzung folgt…
© Benedikt Kienesberger

 

 

In diese Vereinsgeschichte wurden nur authentische Daten aufgenommen. Dabei wurden Schwerpunkte gesetzt und auf die Ausgewogenheit des Inhalts geachtet. Sollte dennoch ein Fehler passiert sein oder Ihrer Meinung nach Wichtiges fehlen, senden Sie bitte Ihre Anregungen, Wünsche und Beschwerden an office@basketswans.at .